Fall Charlie Gard Krankenhaus bittet Gericht um erneute Entscheidung

Das behandelnde Krankenhaus in London hat neue Hinweise auf experimentelle Methoden zur Heilung des Babys Charlie Gard erhalten. Nun soll ein Gericht den Fall erneut prüfen. Die Eltern dürfen hoffen.
Baby Charlie Gard (undatierte Aufnahme)

Baby Charlie Gard (undatierte Aufnahme)

Foto: Family of Charlie Gard/DPA

In den Fall Charlie Gard ist am Freitag unerwartet Bewegung gekommen. Zunächst bot ein renommiertes New Yorker Krankenhaus an, das todkranke Baby in Behandlung zu nehmen. Später teilte das Great-Ormond-Street-Hospital in London mit, dass erneut gerichtlich geprüft werden soll, ob Charlie für eine experimentelle Therapie ins Ausland gebracht werden könne. Die Klinik erklärte, Forscher hätten neue Hinweise auf experimentelle Methoden zur Heilung des Kindes geliefert.

"Wir glauben, genau wie Charlies Eltern, dass es richtig ist, diese Aussagen auszuwerten", teilte das Londoner Krankenhaus mit. Zuvor hatten britische Gerichte in allen Instanzen entschieden, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen für Charlie auf Anraten der Ärzte eingestellt werden sollten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte das bestätigt. Angesichts der neuen Hinweise findet nun am Montag eine erneute Anhörung vor einem britischen Gericht statt.

Das renommierte New York Presbyterian Hospital hatte sich zuvor laut "Washington Post" bereit erklärt, Charlie Gard aufzunehmen und zu untersuchen. Voraussetzung dafür ist laut einer Stellungnahme der Krankenhausleitung, dass alle rechtlichen Hürden genommen werden. Ebenso müsse der sichere Transport des Babys nach New York gewährleistet sein. Schließlich müsse die für Arzneimittelüberwachung zuständige US-Behörde FDA eine Genehmigung für eine experimentelle Behandlung erteilen.

Der elf Monate alte Charlie leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung, sein Gehirn ist stark geschädigt. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden. Die Ärzte und andere Experten hielten eine Heilung bisher für ausgeschlossen. Die Eltern Chris Gard und Connie Yates wehrten sich dagegen, ihr Kind sterben zu lassen. Der Fall hatte international Schlagzeilen gemacht, sogar Papst Franziskus und US-Präsident Donald Trump hatten sich dazu geäußert.

max/dpa/AFP
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