Chile Schweres Erdbeben fordert Tote und Verletzte

Heftige Erdstöße haben die chilenische Küste nahe der Hafenstadt Antofagasta erschüttert. Das Beben einer Stärke von 7,7 hat bereits erste Opfer gefordert: Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 150 weitere wurden verletzt.

Santiago de Chile - Das Epizentrum lag den Angaben zufolge rund 170 Kilometer nördlich der Küstenstadt Antofagasta und mehr als 1000 Kilometer von der Hauptstadt Santiago de Chile entfernt. Ein Regierungssprecher sagte, einige Städte seien von der Stromversorgung abgeschnitten. Etliche Straßen seien beschädigt. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 150 weitere wurden verletzt, teilten die Behörden mit. Ein erstes Nachbeben erreichte die Stärke 5,7. Experten gehen davon aus, dass es weitere geben wird.

Augenzeugen berichten, das Beben sei noch in Hunderten Kilometern Entfernung zu spüren gewesen. "Es war furchtbar stark, sehr lang, und von unter der Erde kam ein gewaltiger Krach", berichtete die Sprecherin eines Hotels in Calama, das rund hundert Kilometer entfernt vom Epizentrum des Bebens liegt. Der Strom sei ausgefallen, aber das Gebäude sei noch intakt. "Ich hatte große Angst, so ein starkes Beben habe ich noch nie erlebt", sagte eine andere Betroffene.

Auf Fernsehbildern waren nach dem Einsturz eines Hotels in Antofagasta auch zerstörte Autos zu sehen. Eine Reporterin des Radiosenders Radio Cooperativa berichtete, auf dem Flughafen der Hafenstadt sei der Asphalt aufgebrochen.

Dutzende von Straßenarbeitern sind Medienberichten zufolge in einem Straßentunnel gefangen, der bei dem Erdbeben zusammenstürzte. Laut Reporten lokaler Fernsehsender sollen über 50 Menschen in den Tunnel-Trümmern eingeschlossen sein.

Zwei Frauen aus dem rund 40 Kilometer vom Epizentrum entfernten Tocopilla kamen beim Zusammenbruch ihrer Häuser ums Leben. In der Hafenstadt Antofagasta wurden mindestens 45 Menschen verletzt. In der nahegelegenen Stadt Maria Elena wurden den Behörden zufolge 20 Menschen verletzt. Die meisten der 1.800 Häuser im Ort seien beschädigt, hieß es.

Das Pacific Tsunami Warning Center hatte eine Tsunamiwarnung für Chile, Peru und Hawaii herausgegeben, diese später aber wieder zurückgezogen. In Hawaii hatten die Experten ohnehin nur mit einem geringen Anstieg des Meeresspiegels gerechnet.

In der Region befinden sich viele große Kupferminen. Aus Sorgen vor größeren Schäden an den Minen zog der Kupferpreis an den internationalen Rohstoffmärkten an.

ffr/amz/dpa/AP/Reuters

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