China Aufzug stürzt hundert Meter tief - 19 Tote

Bei einem schweren Arbeitsunfall in China sind 19 Menschen ums Leben gekommen. In Wuhan stürzte ein Aufzug auf einer Baustelle mehr als 30 Stockwerke in die Tiefe. Ein Stahlseil soll gerissen sein.

Die Trümmer des Lastenaufzugs: Maler und Dekorateure kamen ums Leben
REUTERS

Die Trümmer des Lastenaufzugs: Maler und Dekorateure kamen ums Leben


Peking - Das Unglück wirft ein Schlaglicht auf die häufig mangelnde Sicherheit auf chinesischen Baustellen: Beim Absturz eines Aufzugs in Zentralchina sind 19 Menschen gestorben. Das Unglück ereignete sich am Donnerstag auf einer Baustelle für Hochhäuser in Wuhan, der Provinzhauptstadt von Hubei. Dies berichten die Nachrichtenagenturen Xinhua und China News Service.

Es seien vor allem Maler und Dekorateure in dem Fahrstuhl gewesen, der nach den vorliegenden Informationen nicht überladen war. Ein Stahlseil sei gerissen, meldete das chinesische Staatsfernsehen. Lokalzeitungen zufolge soll der Aufzug rund hundert Meter tief gefallen sein. Er war völlig zertrümmert. Erst war berichtet worden, der Aufzug sei aus dem 30. Stock abgestürzt, später war von der 34. Etage die Rede.

Wie Bilder im Internet zeigten, war der Fahrstuhl außerhalb des Hochhauses an einem Gerüst angebracht gewesen. Augenzeugen berichteten, sechs Menschen seien aus dem herabstürzenden Aufzug geschleudert worden, als er etwa am zehnten Stock vorbeigekommen sei. Unter ihnen seien auch zwei Frauen gewesen.

Lokale Fernsehteams wurden daran gehindert, die Unfallstelle zu filmen. Die Baustelle mit den Apartmenthochhäusern lag in der Nähe des Ostsees (Donghu), einer illustren Wohngegend der Zehn-Millionen-Metropole. Die Kommunalregierung habe alle Bauarbeiten in Wuhan gestoppt, um zu überprüfen, ob die Baustellen sicher seien.

Arbeitssicherheit ist ein großes Thema in China. Im vergangenen Jahr sind nach offiziellen Angaben in China 75.000 Menschen bei Arbeitsunfällen ums Leben gekommen. Mangelnde Aufsicht, schlechtes Gerät und Missachtung der Vorschriften sind häufige Ursachen, wie Experten kritisieren.

siu/dpa/AP



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