China Behörden verbieten Striptease zur Beerdigung

Die chinesische Polizei hat fünf Menschen wegen eines bizarren Beerdigungstrends verhaftet: Sie sollen etliche Stripteasedarbietungen zu Trauerfeiern organisiert haben. Die Nacktshows waren ein überaus lukratives Geschäft.

Peking - Die Beamten nahmen laut der Nachrichtenagentur Xinhua die Beerdigung eines Bauerns in der Provinz Jiangsu im Osten Chinas zum Anlass für die Verhaftungen. Zwei Gruppen von Stripperinnen sollen dort "obszöne Aufführungen" dargeboten haben. 200 Menschen hätten zugeschaut.

Der Agentur zufolge sind die Entblätterungen ein traditioneller Bestandteil von Beerdigungen in der Region. Die Dorfbewohner glauben, dass der Tote umso mehr geehrt werde, je mehr Menschen zu seiner Beerdigung kommen. Deshalb engagieren wohlhabende Familien häufig Gruppen von Strippern, um möglichst viele Menschen anzulocken.

Die Tanz- und Gesangsspektakel haben sich bei jungen Wanderarbeitern zu einem beliebten Freizeitvergnügen entwickelt. Bei den Shows sind die Stripperinnen auch nackt mit Schlangen aufgetreten, haben vor dem Publikum gebadet oder männlichen Zuschauern schon mal die Hosen heruntergezogen und sie zum Tanz aufgefordert.

Dem Staatsfernsehen zufolge waren wegen der großen Beliebtheit sogar konkurrierende Nacktshows auf der anderen Seite der Straße nahe der Trauerhalle entstanden, die alle um Publikum buhlten. Dutzende lebten von dem lukrativen Geschäft. Die Tänzerinnen stammten aus der Gegend und verdienten pro Auftritt 200 Yuan - rund 20 Euro, berichtete der Chef einer Tanztruppe.

Die örtlichen Behörden ordneten nach dem Vorfall in Jiangsu an, dass die Dorfvertreter künftig innerhalb von zwölf Stunden nach einem Todesfall Pläne für die Beerdigung vorlegen müssen. Die Spektakel sollen auch mithilfe einer Telefonhotline abgestellt werden: Wer dort anruft und unzüchtige Aufführungen bei den Begräbnissen anzeigt, wird mit 300 Yuan (30 Euro) belohnt.

str/reuters/dpa

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