Unglück in China Schiff mit mehr als 450 Menschen an Bord gesunken

Auf dem Jangtse in China ist ein Schiff mit 458 Menschen an Bord innerhalb von zwei Minuten gesunken. Bislang wurden erst zwölf Überlebende gezählt. Taucher wollen Klopfzeichen aus dem Wrack gehört haben. Der Kapitän wurde festgenommen.

AFP

Das Schiff war auf dem Jangtse in der chinesischen Provinz Hubei unterwegs, als das Unglück passierte. Gegen 21.30 Uhr sank die "Dongfangzhixing" nach Angaben der Behörden. An Bord waren 406 chinesische Passagiere, fünf Mitarbeiter einer Reiseagentur und 47 Besatzungsmitglieder. Das Schiff war im Osten Chinas auf dem Weg von Nanjing nach Chongqing.

Bislang seien erst zwölf Menschen lebend aus den Fluten gerettet worden, unter ihnen der Kapitän und der erste Maschinist. Sie sagten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, dass das Schiff in einen Zyklon geraten und dann innerhalb von nur zwei Minuten gesunken sei. Der Kapitän wurde inzwischen festgenommen und wird befragt.

Das Staatsfernsehen berichtete, Taucher seien im Wasser und hätten Klopfzeichen aus dem Rumpf gehört.

Chinas Regierungschef Li Keqiang hat sich auf den Weg zum Unglücksort gemacht.

Starke Winde und heftige Regenfälle behindern die Rettungsarbeiten. Zehn Schiffe sind an der Suche nach Überlebenden beteiligt. Die meisten Passagiere sollen zwischen 50 und 80 Jahre alt gewesen sein. Fünf Tote wurden bislang geborgen.

Innerhalb von 24 Stunden sind in dem Gebiet laut Meteorologen etwa 150 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Wassertiefe betrage an der Stelle rund 15 Meter, berichtete die Nachrichtenagentur China News Service. Das 1994 gebaute Schiff ist 76,5 Meter lang habe eine Kapazität von mehr als 500 Passagieren. Die "Dongfangzhixing" gehöre einer Firma, die Touren rund um den Drei-Schluchten-Staudamm anbiete.

syd/dpa/Reuters

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