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China: Kuriose Gebäudeversetzungen

Foto: AP/ Imaginechina

Spektakuläre Gebäudeversetzungen Es fährt ein Haus nach irgendwo

Eine komplette Konzerthalle verschieben? Einen Tempel ab- und mehr als 30 Kilometer entfernt wieder aufbauen? Gebäudeversetzungen sind in China weit verbreitet - wie diese Beispiele zeigen.

Der Zhang-Fei-Tempel ist das wohl prominenteste Beispiel für eine Gebäudeversetzung in China. Seine Geschichte reicht 1700 Jahre zurück. Doch der Ort am Jangtsekiang, an dem er ursprünglich errichtet wurde, liegt heute unterhalb des Wasserspiegels des Flusses - wegen des Mega-Bauprojekts Drei-Schluchten-Damm.

Die Lösung des Problems: Der Tempel wurde ab- und 32 Kilometer flussaufwärts an höhergelegener Stelle wieder aufgebaut. Die Aktion soll etwa zwölf Millionen Dollar gekostet haben, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf den staatlichen chinesischen Rundfunk CCTV berichtete.

Ungünstig gelegene historische Bauten versetzen - das hat sich laut CNN  in den vergangenen Jahren zu einer Art chinesischer Spezialität entwickelt. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Methoden. Entweder wird das Gebäude als Ganzes bewegt, auf Rollen oder Schienen, oft nur ein paar Dutzend Meter. Oder das Gebäude wird zerlegt, in Einzelteilen transportiert und an anderer Stelle - sogar auf einem anderen Kontinent - wieder errichtet.

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China: Kuriose Gebäudeversetzungen

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Die Konzerthalle in Shanghai, 1930 erbaut, wurde 2003 um fast 70 Meter verschoben, um Platz für eine Straße zu machen. Dafür lösten die Ingenieure das Haus vom Untergrund, hoben es etwa anderthalb Meter an, setzten es auf speziell vorgefertigte Betonschienen und bewegten es so. Am Zielort wurde das Gebäude noch einmal um mehr als anderthalb Meter angehoben und auf ein neues Fundament gesetzt.

Deutlich weiter war die Reise für ein typisches Haus einer chinesischen Kaufmannsfamilie aus dem 18. Jahrhundert. Das Gebäude wurde Ende der Neunziger von Huizhou in der Provinz Anhui über gut 12.000 Kilometer transportiert - in ein Museum nach Salem im US-Bundesstaat Massachusetts.

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China: Kuriose Bauten

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Das Versetzen von Gebäuden ist nicht nur auf China beschränkt. So wurde 1996 in Berlin der Kaisersaal des einst mondänen Grandhotel Esplanade um 75 Meter versetzt . Vor fünf Jahren wurde das ehemalige Direktionsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon in Zürich, immerhin 6200 Tonnen schwer, um 60 Meter verschoben .

wit
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