China Taifun "Lekima" fordert mehr als 40 Todesopfer

In China werden die Folgen des Taifuns "Lekima" sichtbar. Mehr als 40 Menschen starben - viele von ihnen bei einem Erdrutsch. Noch immer werden mehr als ein Dutzend Menschen vermisst.

Nach dem Sturm: Einsatzkräfte durchsuchen die Trümmer in Yongjia
STR/AFP

Nach dem Sturm: Einsatzkräfte durchsuchen die Trümmer in Yongjia


Durch den Taifun "Lekima" sind in China mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. 17 weitere Menschen werden noch vermisst, wie chinesische Staatsmedien berichteten.

Die meisten Toten gab es demnach im Kreis Yongjia (Provinz Zhejiang). Dort war es wegen der starken Regenfälle zu einem Erdrutsch gekommen, der einen Fluss anstaute, wodurch ein künstlicher See entstand. Als dieser brach, entluden sich die Wassermassen und rissen Menschen mit sich.

Mit heftigem Regen, hohen Wellen und Sturmböen hatte "Lekima" am Samstag in der ostchinesischen Stadt Wenling das Festland erreicht. Der Wirbelsturm, für den die Behörden zunächst die höchste Warnstufe ausgegeben hatten, zog danach weiter nach Norden.

Mehr als eine Million Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Staatsmedien zeigten Bilder von überfluteten Straßen sowie von umgestürzten Strommasten und Bäumen.

"Lekima" brachte auch in die Metropolen Hangzhou und Shanghai schwere Regenfälle. Betroffen waren zudem die Provinzen Anhui, Fujian und Jiangsu. Behörden warnten, dass es zu Erdrutschen oder Überschwemmungen kommen könnte.

Hunderte ausgefallene Flüge

In Shanghai blieben zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Museen und Parks geschlossen. Erstmals wurde auch das 2016 eröffnete Disneyland in Shanghai wegen schlechten Wetters geschlossen. Auch die Magnetschwebebahn, die eigentlich zum Shanghaier Flughafen Pudong fährt, stellte den Betrieb ein. Viele Schnellzugverbindungen im Osten Chinas wurden eingestellt. Hunderte Flüge fielen aus.

Zuvor hatte der Taifun am Freitag in Japan und Taiwan gewütet. Er brachte viel Regen nach Nordtaiwan, in der Folge waren nach Behördenangaben mehr als 3000 Haushalte ohne Strom. Mehr als 500 Flüge wurden gestrichen. Ein 64-jähriger Mann kam beim Baumfällen ums Leben. Mehr als 2500 Menschen in hochwassergefährdeten Gebieten wurden in Sicherheit gebracht.

In Japan waren mehr als 60 Flüge und etwa 150 Fährverbindungen in der Region der Ryukyu-Inseln gestrichen worden. Mindestens vier Menschen in der Präfektur Okinawa wurden verletzt, wie lokale Medien berichteten.

"Lekima" ist der neunte Taifun in der Region in diesem Jahr. Die kräftigen Wirbelstürme treten immer wieder in den Sommermonaten auf.

bbr/dpa



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