China Zwei Bergwerke überflutet - 181 Tote befürchtet

In der ostchinesischen Stadt Xintai sind nach einem Dammbruch zwei Kohlegruben überflutet worden. 181 Menschen werden unter Tage vermisst, ihre Überlebenschancen sind gering. 2000 chinesische Soldaten helfen bei den Bergungsarbeiten.


Peking - 172 Arbeiter wurden unter Tage eingeschlossen, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. In einer anderen Grube werde nach neun weiteren Kumpeln gesucht. Für die Männer gebe es nur geringe Überlebenschancen, sagte Wang Ziqi, der Direktor der zuständigen Sicherheitsbehörde in der Provinz Shandong.

Die Bergwerke waren nach heftigen Regenfällen und einem Dammbruch überflutet worden. Zunächst war der Einbruch von Oberflächenwasser in ein Bergwerk des Betreibers Huayuan Mining in der Provinz Shandong gemeldet worden. 584 Arbeiter hätten sich vor dem Wasser in Sicherheit bringen können, sagte Geschäftsführer Xu Qinyu.

Regenfälle in Shandong hatten dazu geführt, dass der nahe gelegene Wen-Fluss angeschwollen war und einen Damm durchbrochen hatte. Das Flusswasser überschwemmte durch einen alten Schacht die Kohlegrube.

Nachdem der Regen am Vormittag aufgehört hat, sind die Rettungsarbeiten in vollem Gange. Polizisten, Bergarbeiter und 2000 Soldaten suchen nach den Vermissten und bemühen sich laut Xinhua darum, den rund 50 Meter großen Durchbruch in dem Deich am Fluss Wen abzudichten. Die Chefs der Sicherheitsbehörden eilten aus Peking nach Xintai, um die Arbeiten zu überwachen.

Die chinesischen Bergwerke gelten als die gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr kommen durch Unfälle schätzungsweise 10.000 Menschen ums Leben. Schuld sind meist veraltete Ausrüstung, schlechte Sicherheitssysteme und fehlende Kontrollen. Viele Unglücke werden dem Profitstreben der Manager zugeschrieben - diese missachten Sicherheitsbestimmungen, sparen beim Brandschutz oder lassen mehr produzieren als erlaubt.

Die Regierung verspricht seit Jahren Abhilfe: Behörden schrieben Belohnungen für Arbeiter aus, die sie über Sicherheitsprobleme informieren. Tausende kleiner Zechen wurden geschlossen; korrupte Beamte, die gemeinsame Sache mit skrupellosen Minenbesitzern machen, werden strafrechtlich verfolgt.

ssu/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.