Christchurch Wiederaufbau mit Park und flachen Häusern

Zehntausende Häuser wurden zerstört, ganze Viertel ausgelöscht - das war Christchurch vor einem halben Jahr. Jetzt hat die neuseeländische Stadt ihre Pläne für den Wiederaufbau vorgestellt: Sie setzt verstärkt auf Häuser mit wenigen Stockwerken.

Kathedrale von Christchurch nach dem Beben im Februar: Symbol der Zerstörung
AFP

Kathedrale von Christchurch nach dem Beben im Februar: Symbol der Zerstörung


Wellington - Die erste Phase des Wiederaufbaus dürfte etwa 1,2 Milliarden Euro kosten: Die durch mehrere Erdbeben schwer beschädigte neuseeländische Stadt Christchurch soll einen neuen, großen Park und verstärkt niedrige Häuser bekommen. Die Stadtverwaltung stellte am Donnerstag ihre Pläne für den Wiederaufbau vor. Unter anderem ist ein freier Platz vor der alten Kathedrale geplant, deren Turm bei dem Beben im Februar eingestürzt war.

Vor allem in der Innenstadt sind erdbebensichere Häuser mit höchstens sieben Stockwerken und hohen Sicherheitsstandards vorgesehen. Zudem soll dort ein Denkmal für die Opfer errichtet werden. Auch der Bau von Sportanlagen, Veranstaltungszentren sowie die Sanierung eines Krankhauses sind geplant. Der Wiederaufbau kann bis zu 20 Jahre dauern, schätzt die Stadtverwaltung.

Wir müssen eine sichere Stadt aufbauen", sagte Bürgermeister Bob Parker. Der Vorschlag der Verwaltung zeichne das Bild einer "sicheren, nachhaltigen, grünen, High-tech- und flach gebauten Stadt mitten in einem Garten". Der erste Entwurf für den Wiederaufbau wurde auf Grundlage von mehr als 100.000 Vorschlägen aus der Bevölkerung erstellt. In den nächsten Monaten kann die Öffentlichkeit nun zu dem daraus entwickelten Entwurf der Stadt Stellung nehmen.

Die zweitgrößte Stadt des Landes mit knapp 400.000 Einwohnern war im September 2010 von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert worden. Ende Februar 2011 folgte ein weiteres schweres Beben, bei dem 181 Menschen ums Leben kamen. Zehntausende Häuser stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Eine Serie von teils schweren Nachbeben erschütterte die Gegend.

Die Stadtverwaltung will nun entlang des Flusses Avon einen Park errichten. Der Boden eignet sich dort nicht mehr für den Häuserbau, stellten Experten fest. Bereits im Juni hatte die neuseeländische Regierung ganze Stadtviertel aufgegeben, an rund 5000 Gebäuden waren die Schäden zu groß für Reparaturen.

wit/dpa/AFP



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