Chronologie Der mysteriöse Fall Peggy

Seit drei Jahren ist Peggy Knobloch aus Lichtenberg spurlos verschwunden. Sie soll ermordet worden sein, aber ihre Leiche hat die Polizei nie gefunden - trotz intensiver Suche. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Chronologie der Ereignisse.




Peggy Knobloch: Die Neunjährige verschwand im Mai 2001
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Peggy Knobloch: Die Neunjährige verschwand im Mai 2001

7. Mai 2001:

Peggy wird auf dem Heimweg von der Schule zum letzten Mal gesehen. Ihre Mutter gibt am Abend eine Vermisstenanzeige auf.

Kurz nach dem Verschwinden: Es gibt Hinweise, dass der türkische Stiefvater das Mädchen in die Türkei verschleppt hat. Die Suche wird schließlich nach mehreren Monaten erfolglos abgebrochen. Im September 2001 erklärt die Kripo, es gebe nur ganz vage Hinweise, die aber keine Anhaltspunkte für weitere Ermittlungen enthielten.

Mai 2001: Wochenlange Suchaktionen der Polizei bleiben ohne Erfolg. Die Fahnder setzen unter anderem Tornados der Bundeswehr ein.

August 2001: Der 23 Jahre alte Gastwirtssohn Ulvi K. wird festgenommen. Er gesteht, Peggy und drei weitere Kindern sexuell missbraucht zu haben. Für den mutmaßlichen Zeitpunkt des Mordes an Peggy hat der geistig zurückgebliebene Mann ein Alibi.

22. Oktober 2002: Die Behörden präsentieren den mittlerweile 24-Jährigen als mutmaßlichen Mörder der verschwundenen Schülerin.

28. Februar 2003: Die Staatsanwaltschaft in Hof erhebt Anklage gegen Ulvi K.: Der Klage lautet auf Mord.

7. Oktober 2003: Der Prozess vor dem Landgericht Hof beginnt.

Monatelang suchen Hundertschaften nach dem Kind - ohne Erfolg
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Monatelang suchen Hundertschaften nach dem Kind - ohne Erfolg

28. Oktober 2003: Nach fünf von 16 geplanten Verhandlungstagen platzt der Prozess - die Strafkammer war nicht richtig besetzt.

11. November 2003: Das Verfahren beginnt erneut.

14. April 2004: Ein Zeuge, der behauptet hatte, er habe Peggy in einem Bordell im tschechischen Cheb gesehen, erscheint nicht zu seiner geplanten Vernehmung vor dem Landgericht Hof.

16. April 2004: Die Staatsanwaltschaft fordert in ihrem Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Staatsanwalt Gerhard Heindl betont, wiederholte Aussagen von Zeugen, das Mädchen befinde sich in der Türkei, hätten sich nach Nachforschungen als haltlos erwiesen. Der Vertreter der Nebenklage schließt sich am 26. April der Strafmaßforderung der Staatsanwaltschaft an.

28. April 2004: Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. "Dieser Angeklagte soll den perfekten Mord begangen haben? Ich kann das nicht glauben", sagt sein Verteidiger.

30. April 2004: Das Landgericht Hof verurteilt den Angeklagten zu einer lebenslangen Haftstrafe und Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt.



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