Chronologie Die Reemtsma-Entführung


Hamburg - Fast fünf Jahre nach der spektakulären Entführung des Hamburger Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma im März 1996 hat das Hamburger Landgericht den mutmaßlichen Drahtzieher Thomas Drach verurteilt. Eine Chronologie des Verbrechens:

Anfang 1995: Der damals von der Polizei wegen schweren Diebstahls und Urkundenfälschung gesuchte Thomas Drach soll bereits eine Entführung als Coup seines Lebens geplant haben.

Juni 1995: Drach und sein Komplize Wolfgang Koszics beobachten ihr späteres Entführungsopfer Reemtsma an der Hamburger Universität

25. März 1996: Reemtsma wird vor seinem Haus in Hamburg-Blankenese entführt. Am Tatort bleibt ein mit einer Handgranate beschwertes Schreiben der Erpresser zurück.

26. April 1996: Nach Zahlung der Rekordlösegeldsumme von 30 Millionen Mark an die Entführer wird Reemtsma freigelassen.

24. Mai 1996: Die Polizei findet in Garlstedt bei Bremen das Kellerverlies, in dem Reemtsma gefangen gehalten wurde. Nach den dringend Tatverdächtigen Peter Richter und Wolfgang Koszics wird gefahndet. Beide werden kurz danach in Spanien gefasst.

29. Mai 1996: In Köln wird Lutz Drach wegen Verdachts auf versuchte Geldwäsche festgenommen. Zwei Tage später wird gegen seinen Bruder Thomas Drach Haftbefehl erlassen, der als Kopf der Entführer gilt.

14. Februar 1997: Koscics und Richter werden als Entführer zu zehneinhalb beziehungsweise fünf Jahre Haft verurteilt. Am 24. September 1999 wird Richter aus der Haft entlassen.

27./28. März 1998: Thomas Drach wird in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gefasst.

16. März 1999: Der von Koszics als «Mann fürs Grobe» angeheuerte Pole Piotr Laskowski stellt sich der Justiz. Am 2. September 1999 verurteilt das Hamburger Landgericht ihn zu sechs Jahren Haft.

27. Juni 2000: Das Oberste Gericht Argentiniens weist die Beschwerde Drachs gegen dessen Überstellung nach Deutschland endgültig ab.

29. Juli 2000: Polizisten bringen Drach aus Argentinien nach Deutschland, wo er in Hamburg in Untersuchungshaft genommen wird.

13. Dezember 2000: Vor einer Großen Strafkammer des Hamburger Landgericht beginnt der Prozess gegen Drach.

8. März 2001: Drach wird wegen erpresserischen Menschenraubs zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Von dem Großteil des Lösegeldes fehlt bis heute jede Spur.



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