Chronologie Die Reemtsma-Entführung und ihre Folgen

Mehr als vier Jahre nach der spektakulären Entführung des Hamburger Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma im März 1996 ist der mutmaßliche Drahtzieher Thomas Drach von der argentinischen Justiz an Deutschland ausgeliefert worden. Eine Chronologie der Ereignisse:

25. März 1996: Reemtsma wird vor seinem Haus in Hamburg-Blankenese entführt. Am Tatort bleiben Blutspritzer und ein mit einer Handgranate beschwertes Schreiben der Erpresser zurück.

26. April 1996: Nach Zahlung der Rekordlösegeldsumme von 30 Millionen Mark an die Entführer wird Reemtsma freigelassen.

24. Mai 1996: Die Polizei findet im niedersächsischen Garlstedt das Kellerverlies, in dem Reemtsma gefangen gehalten wurde. Nach zwei dringend Tatverdächtigen, Peter Richter und Wolfgang Koszics, wird per Steckbrief gefahndet.

26. Mai 1996: Koszics wird in Murcia im Süden Spaniens bei einer Personenkontrolle festgenommen. Unmittelbar danach wird Richter ebenfalls in Spanien gefasst.

29. Mai 1996: In Köln wird Lutz Drach wegen Verdachts versuchter Geldwäsche festgenommen. Zwei Tage später wird gegen seinen Bruder Thomas Drach Haftbefehl erlassen, der als "Kopf" der Reemtsma- Entführer gilt.

14. Februar 1997: Koscics und Richter werden als Entführer zu hohen Haftstrafen verurteilt: Koszics muss zehneinhalb Jahre hinter Gitter, Richter fünf Jahre. Am 24. September 1999 wird Richter aus der Haft entlassen.

27./28. März 1998: Thomas Drach wird in einem Hotel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gefasst.

30. März 1998: Drach versucht, die Auslieferung nach Deutschland zu verhindern. Seine Anwälte machen Formfehler der Polizei bei der Verhaftung ihres Mandanten geltend.

2. März 1999: Ein argentinisches Bundesgericht ordnet die Auslieferung Drachs nach Deutschland an. Seine Anwälte legen Widerspruch gegen die Entscheidung vor dem Obersten Gericht in Buenos Aires ein.

16. März 1999: Der Pole Piotr Laskowski stellt sich der Hamburger Justiz. Er war von Koszics als "Mann fürs Grobe" angeheuert worden. Am 2. September 1999 verurteilt das Hamburger Landgericht ihn zu sechs Jahren Haft.

9. Oktober 1999: Der "Spiegel" berichtet über einen Versuch von Drach, argentinische Gefängniswärter zu bestechen, um seine Flucht zu ermöglichen. Dert Fernando de la Rua unterzeichnet das Dekret zur Auslieferung Drachs nach Deutschland.

29. Juli 2000: Fahnder der Polizei landen mit Drach in einer Lufthansmaschine aus Argentinien kommend in Frankfurt.

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