Auf der Wand stand »Mörder« und »Kein Krieg« Farbanschlag auf Villa eines russischen TV-Moderators am Comer See

Er gilt als Putin-treuer Moderator und steht auf der EU-Sanktionsliste: Unbekannte haben Häuser von Wladimir Solowjow attackiert – der italienische Ortsbürgermeister spricht von einem »Akt des Protests«.
Villa am Comer See, die einem russischen Moderator gehört

Villa am Comer See, die einem russischen Moderator gehört

Foto: Flavio Lo Scalzo / REUTERS

In Italien sind zwei Villen eines TV-Moderators, der dem russischen Staatschef Wladimir Putin nahesteht, zum Ziel von Angriffen geworden.

Laut Behördenangaben wurde auf das Haus des russischen Journalisten Wladimir Solowjow am Comer See in Norditalien ein Brandanschlag verübt. Bei einer zweiten Villa in der Gegend wurde rote Farbe in den Pool geschüttet.

Solowjow ist einer der bekanntesten Befürworter des russischen Einmarschs in die Ukraine. In seiner Sendung wirbt er immer wieder für den Krieg (sehen Sie hier ein Video dazu).

Solowjow besitzt drei Immobilien am Comer See mit einem Gesamtwert von acht Millionen Euro. Sie wurden von den italienischen Behörden Anfang März zusammen mit dem Vermögen anderer russischer Putin-Verbündeter im Rahmen der Sanktionen wegen des Ukrainekriegs beschlagnahmt.

In einem der Häuser zündeten Unbekannte den Behörden zufolge einige Reifen an, die schnell gelöscht werden konnten. »Es war ein sehr kleiner Brand, mit wenig Material. Es gibt praktisch keine Schäden«, sagte der Leiter der Feuerwehr von Como, Gennaro di Maio.

Der Eigentümer war im Ort lange unbekannt

Dem Bürgermeister der Gemeinde Menaggio, Michele Spaggiari, zufolge handelte es sich offensichtlich »um einen Akt des Protests«. Solowjow hatte die Villa demnach vor fünf Jahren erworben. Bis zum russischen Angriff habe niemand im Ort gewusst, wer der Eigentümer sei, sagte Spaggiari der Nachrichtenagentur AGI.

Bei einer zweiten Villa Solowjews in Pianello del Lario wurde blutrote Farbe auf die Fassade gesprüht und in den Pool gekippt. Auf der Wand standen die Worte »Mörder« und »Kein Krieg«.

jpz/AFP/Reuters
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