Comet-Verleihung Böser Seitenhieb der "Toten Hose"

Neue Runde im Schlagabtausch der ewigen Lokalrivalen Köln und Düsseldorf: Seine Laudatio anlässlich der Verleihung des Musikpreises Comet nutzte der Düsseldorfer Punkrock-Sänger Campino, um den Kölnern kräftig vors Schienenbein zu treten.


Nutzte die Chance für einen Tritt vor Schienenbein der Kölner: Tote-Hosen-Chef Campino übergibt den Comet-Preis
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Nutzte die Chance für einen Tritt vor Schienenbein der Kölner: Tote-Hosen-Chef Campino übergibt den Comet-Preis

Köln - Lägen Köln und Düsseldorf nicht im fröhlichen Rheinland sondern in rachsüchtigeren Regionen dieser Welt, so würden nach den jüngsten Bemerkungen von "Toten-Hosen"-Chef Campino jetzt wieder Klingen geschärft, Geheimnisverrat geübt und Brudermorde angezettelt.

Wenigstens in dieser Hinsicht geht es in der kleinen Region Köln/Düsseldorf entspannter zu. Schließlich liegen beide Städtchen am sonnigen Rhein, ihre Bürger genießen das herrliche Wetter und versuchen bei jeder Gelegenheit, fröhlich zu sein.

Doch fröhliches Lachen kann auch eine Form des Zähnezeigens sein - und in dieser durchaus aggressiven Form lächeln sich die Kölner und die Düsseldorfer schon seit Jahrhunderten an.

Nun hatte Campino - bekennender Düsseldorfer - diese ehrenvolle Einladung auf dem Tisch. "Es wäre uns eine Freude" hieß es darin sinngemäß, "Sie als Festredner anlässlich der Verleihung des Comet-Musikpreises begrüßen zu dürfen." Der Haken daran: Die Verleihung fand in Köln statt, zu allem Übel auch noch in der KölnArena, einer riesengroßen, ultramodernen Multifunktionshalle an der Bahnstrecke Frankfurt-Hamburg, wo sonst die Kölner Haie - das ist eine Eishockey-Mannschaft und überdies großer Konkurrent der Düsseldorfer DEG Metro Stars - ihre Spiele austragen.

Campino wäre nicht Campino, wenn er vor dieser Herausforderung kapituliert hätte. Im Gegenteil - eine bessere Chance, den fröhlichen Nachbarn einen einzuschenken, bietet sich selten. Hinzu kam, dass diese auch noch gute Mine zum bösen Spiel machen mussten, schließlich ist so eine Preisverleihung etwas Würdiges, selbst wenn sie von VIVA veranstaltet wird.

Mit breitem Lächeln also begrüßte der Sänger die Musik-Fans in der KölnArena mit den Worten "Guten Abend, Bochum. Es ist immer wieder schön, mit Euch eine Party in diesem Parkhaus zu feiern." Weiter wollte er dann aber nicht gehen, obwohl diese mit nur wenigen vereinzelten Pfiffen ihr Desinteresse an dieser Provokation bekundeten.

Aber Campino kann sich sicher sein, das der öffentliche Aufschrei noch kommt - spätestens, wenn die Kölner Boulevard-Zeitungen ihre Leser über seinen Auftritt aufklären.



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