Cornwall Rätsel um "Bestie vom Bodmin-Moor"

Ein mysteriöses Wesen schleicht durchs Hochmoor Cornwalls. Während die einen glauben, es handele sich lediglich um eine große Hauskatze, berichten Augenzeugen, es sei eine "Bestie".

Getötete Tiere, riesige Tatzenspuren und verschwommene Videoaufzeichnungen deuten auf das geheimnisvolle Wesen hin, das im einsamen Moor von Bodmin leben soll. Das Hochmoorgebiet von Cornwall war bislang eher als Heimat von Füchsen, Dachsen und Kaninchen bekannt denn als Jagdrevier von Raubkatzen. Doch in den vergangenen sechs Wochen fanden Wanderer im Moorgebiet immer wieder zerfetzte Tierkadaver.

Schon 1995 hatten Bauern der Gegend insgesamt 77 Schafe und Kälber verloren, die offenbar durch gewaltige Prankenhiebe verstümmelt worden waren. Zum gleichen Zeitpunkt hatten Dutzende Fußgänger im Moor unheimliche Begegnungen mit großen Tieren, die riesigen Hauskatzen ähnelten. Sie machten Fotos und Videoaufnahmen, um ihre Beobachtungen beweisen zu können.

Trotz der Bilder hatte das Landwirtschaftsministerium die Geschichten über die Bestie damals jedoch für bloße Spinnerei gehalten. Zwei Biologen waren mit dem Auftrag, die Aufzeichnungen zu überprüfen und falls möglich, die seltsamen Tiere aufzuspüren, nach Bodmin geschickt worden. Nach einem Monat präsentierten sie das Ergebnis ihrer Untersuchungen: Die Videos stellten nur harmlose Hauskatzen dar, die Kadaver seien von anderen wilden Tieren der Gegend wie Füchse oder Hunde gefressen worden. Daraufhin gab das Ministerium Entwarnung.

Trotzdem erzählten sich die Einwohner weiterhin Geschichten über die dunkle Raubkatze mit den großen Augen. Auch Tierforscher meinen, dass es durchaus möglich wäre, in bestimmten Gegenden Englands auf herumtigernde Raubkatzen wie Pumas oder schwarze Panther zu stoßen. So auch Douglas Richardson, der Kurator des Londoner Zoos, der seinen "wissenschaftlichen Ruf" darauf setzt, dass im Moor von Bodmin "große Katzen herumtigern". Die Forscher gehen davon aus, dass 1976, als die Regierung ein Gesetz erließ, durch das der Besitz von Raubtieren in Großbritannien melde- und gebührenpflichtig wurde, viele Besitzer ihre ungewöhnlichen Haustiere einfach direkt in die freie Wildbahn entließen.

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