Verstoß gegen Dienstvorschriften Hamburger Schule gibt internen Mailverteiler an Corona-Leugner weiter

Maskengegner haben einen Mailverteiler der Hamburger Schulbehörde missbraucht. Die Aktivisten warnten darüber alle Schulleitungen vor einer vermeintlichen Gefahr durch Mund-Nasen-Bedeckungen.
Schüler mit Mund-Nasen-Schutz (Symbolbild)

Schüler mit Mund-Nasen-Schutz (Symbolbild)

Foto:

Gregor Fischer / dpa

Mindestens eine Hamburger Schule hat Mails der Schulbehörde an Corona-Leugner weitergeleitet. Daraus ersichtlich war auch der interne Mailverteiler der Schulbehörde.

Behördensprecher Peter Albrecht sagte der Nachrichtenagentur dpa, er habe am vergangenen Freitag eine Hinweismail zu geplanten Aktionen aus dem "Querdenker"-Umfeld über einen internen Verteiler an alle Leiter und Leiterinnen der 412 staatlichen Hamburger Schulen geschickt. Auch das Kultusministerium NRW hatte in der vergangenen Woche vor solchen Aktionen gewarnt.

"Bereits am Samstag bekam ich via Mail eine Reaktion auf genau diese Mail, und zwar von Hamburger Aktivisten namens "Eltern stehen auf" mit eindeutigem Bezug auf meine Mail an die Schulleiter", erklärte Albrecht.

Am Montagmorgen habe er von etlichen Schulleitungen eine weitere Mail von "Eltern stehen auf" weitergeleitet bekommen. Die Initiative habe den von Albrecht genutzten Mailverteiler missbraucht und darüber alle Schulleiter über vermeintlich "wissenschaftliche Fakten zur bestehenden Gefährdung durch die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung bei Kindern und Jugendlichen" informiert.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Um einen weiteren Missbrauch zu verhindern, werde der Verteiler nun gesperrt, sagte Albrecht. Dem "Hamburger Abendblatt", das zuerst über das Thema berichtet hat , sagte er: "Das ist ein massiver Verstoß gegen die Dienstvorschriften, wir werden jetzt rechtliche Schritte prüfen."

Albrecht betonte, die Behörde habe Kenntnis davon, dass an einigen Schulen auch schulinterne Elternverteiler, Mailinglisten und sogar Schüleraccounts durch Aktivisten für politische Diskussionen missbraucht würden. "Die Schulleitungen greifen ein, sobald sie davon Kenntnis haben", betonte der Behördensprecher.

kha/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.