Coronalockdown in Shanghai Fälschlicherweise für tot erklärt – Mann kurz vor Abtransport aus Leichensack befreit

In letzter Sekunde fiel Mitarbeitern eines Beerdigungsinstituts in Shanghai auf, dass der Mann im Leichensack sich noch bewegte. Ein Video des Vorfalls sorgt für Empörung.
Medizinisches Personal in Schutzkleidung in Shanghai

Medizinisches Personal in Schutzkleidung in Shanghai

Foto: Sheldon Cooper / dpa

In Shanghai wird gegen sechs Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen ermittelt. Der Grund: Am Sonntagnachmittag soll ein älterer Mann aus einem Seniorenheim fälschlicherweise für tot erklärt und in einem Leichensack abtransportiert worden sein. Erst in letzter Minute sei den für den Abtransport zuständigen Mitarbeitern aufgefallen, dass der Mann noch am Leben war. So berichtet es der britische »Guardian «.

Der Vorfall sei von Passanten gefilmt und über die sozialen Netzwerke publik gemacht worden. »Er lebt! Hast du das gesehen? Er lebt!«, ruft demnach einer der Beteiligten in dem Video. »Nicht noch einmal zudecken!«, warnt er.

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Das Fehlverhalten löste Empörung aus in Shanghai, das seit fünf Wochen unter den Folgen eines extrem harten Coronalockdowns leidet. Die Verwaltung des Stadtbezirks Putuo bestätigte den Vorfall laut »Guardian«. Man habe Ermittlungen eingeleitet, hieß es.

Sechs Personen, darunter der Leiter des Altenheims sowie ein Arzt, müssen sich jetzt verantworten. Das Shanghaier Xinchangzheng-Seniorenheim entschuldigte sich für den Vorfall. Das Beerdigungsinstitut lobte seine Mitarbeiter dafür, dass ihnen der Fehler aufgefallen sei – und belohnte sie mit einer Geldzahlung von je 5000 Yuan, rund 720 Euro.

Der fälschlich für tot erklärte Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Die 22-Millionen-Metropole Shanghai versucht, der Omikron-Welle mit strikten Verboten beizukommen. Im Lockdown kommt es immer wieder zu Lebensmittelknappheit und Lieferschwierigkeiten, der Unmut in der Bevölkerung wächst.

ala