Spanien Krankenwagen mit Covid-19-Patienten mit Steinen beworfen

In Andalusien sollten am Coronavirus erkrankte Rentner in eine andere Gemeinde gebracht und dort isoliert werden. Aufgebrachte Bürger versuchten, das zu verhindern.
Rettungskräfte im Einsatz (Symbolbild)

Rettungskräfte im Einsatz (Symbolbild)

Foto: TONI ALBIR/EPA-EFE/Shutterstock

In Spanien sind mehrere Krankenwagen mit insgesamt 28 älteren Corona-Patienten mit Steinen beworfen worden. Die Attacke habe sich bereits am Dienstag in La Línea de la Concepción im Süden des Landes an der Grenze zu Gibraltar ereignet, berichtete die spanische Polizei.

Dutzende Menschen hätten mit den Steinwürfen verhindern wollen, dass die infizierten und zum Teil an Covid-19 erkrankten Rentner, die aus einer anderen Gemeinde stammten, in ein Heim der andalusischen Stadt verlegt und dort unter Quarantäne gesetzt werden.

Barrikaden errichtet, Müllcontainer angezündet

Die Demonstranten hätten auch versucht, die Krankenwagenkolonne mit einem auf der Straße quergestellten Fahrzeug und Barrikaden an der Weiterfahrt zu hindern.

In der Nacht zum Mittwoch hätten dann rund 50 Menschen vor der Residenz erneut protestiert. Sie hätten Drohungen ausgestoßen und Müllcontainer in Brand gesetzt. Aus Nachbarhäusern seien zudem Sprengkörper auf das Wohnheim geworfen worden. Zwei Männer wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Bürgermeister: Verlegung "nicht gut geplant"

Die Rentner waren zuvor aus ihrem Wohnheim in der rund hundert Kilometer nördlich von La Línea gelegenen Gemeinde Alcalá del Valle evakuiert worden, weil sich das Coronavirus dort stark ausgebreitet hatte. Drei Heimbewohner starben, mindestens die Hälfte der Mitarbeiter der Residenz wurden positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet.

La-Línea-Bürgermeister Juan Franco kritisierte die gewalttätigen Proteste, sagte aber auch, die Verlegung der Senioren sei "nicht gut geplant" gewesen. Er selber sei nur im "letzten Augenblick" informiert worden.

kko/dpa
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