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Entspannung in Corona-Zeiten Können wir wieder in die Sauna, Herr Pieper?

Rolf-A. Pieper, 67, ist Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes. Hier spricht er über Viren und Aufgüsse.
aus DER SPIEGEL 43/2020
Frau in Sauna

Frau in Sauna

Foto: Uwe Anspach/ dpa

SPIEGEL: Herr Pieper, die Saunasaison hat begonnen. Wann haben Sie zuletzt sauniert?

Pieper: Vorgestern, bei mir zu Hause.

SPIEGEL: Wie schön, jetzt eine Heimsauna zu haben.

Pieper: Ich bin einer von 1,7 Millionen Deutschen, die eine haben. Letzte Woche war ich aber in einer öffentlichen Sauna in Schleswig-Holstein, davor in Brandenburg.

SPIEGEL: Sie müssen das ja bestimmt beruflich machen als Geschäftsführer des Sauna-Bundes.

Pieper: Würde ich auch so tun. Zu Hause muss man die Kiste selber sauber machen, und mir fehlt die Geselligkeit.

SPIEGEL: Aber – Corona?

Pieper: Saunen sind nicht gefährlicher als jeder andere öffentliche Raum. Sie werden öfter und gründlicher desinfiziert als Gaststätten und Klamottenläden. Und viel öfter durchlüftet.

SPIEGEL: Die Gesellschaft für Virologie hat mitgeteilt, dass es zum Thema Sauna in Zeiten von Corona kaum wissenschaftlich verlässliche Studien gibt.

Pieper: Es gibt Erfahrungswerte. Mir ist bundesweit kein einziger Fall bekannt, dass sich jemand in der Sauna mit Corona angesteckt hätte. Kein Fall in fast fünf Monaten seit dem Ende des Lockdowns.

SPIEGEL: Sachsen-Anhalt öffnete seine Saunen bereits Ende Mai. Bremen erst Anfang September.

Pieper: Suchen Sie dahinter keine Logik. In Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen können Sie saunieren, aber der Aufguss ist nicht erlaubt. In acht weiteren Bundesländern wird das Thema Aufguss gar nicht thematisiert, die Betreiber machen, was sie für richtig halten. In Bayern ist der Aufguss erlaubt, aber wedeln darf man nur in Absprache mit dem Gesundheitsamt. Deswegen haben wir bereits Saunatouristen.

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