Absurde Folge der Coronakrise Duisburgs Dildo-Taxi

Die Inhaberin eines Duisburger Erotikgeschäfts postete auf Facebook einen Scherz, den viele ernst nahmen. Also setzte sie den Witz einfach in die Realität um - und liefert nun tatsächlich Sexspielzeug per Taxi.
Sexspielzeug

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Foto: Britta Pedersen/DPA

Klar, man muss irgendwie durch diese vermaledeite Krise kommen, die die Welt so rasend schnell überfallen hat und die Deutschen in eine Nation der Homeoffice-Arbeiter verwandelt hat. Eine Prise Humor schadet dabei sicher nicht.

So kursieren derzeit in den sozialen Medien unzählige mehr oder weniger lustige Bildmontagen und Videos. Mal geht es um Klopapiermillionäre. Dann wieder wird Corona-Bier panisch in den Abfluss geschüttet, im Supermarkt noch schnell einen Hamster gehamstert oder zu Hause bizarren Homeoffice-Sport betrieben: Skiabfahrt vom heimischen Sofa-Gipfel etwa oder Barfuß-Lauftraining auf dem extra eingeseiftem Küchenboden statt auf dem Laufband des längst geschlossenen Fitnessstudios.

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Auch die Duisburgerin Silke Heimsoth hat eigentlich nur mitmachen wollen in diesem viralen Wettbewerb an Virus-Quatsch-Postings. Heimsoth ist Inhaberin des Erotikladens "Pussy Pleasure". Also blieb sie beruflich im Thema: Sie verbreitete auf Facebook ein Foto mit einem Auto und montierte per Photoshop in Violett die Aufschrift "Dildo-Taxi" auf das Gefährt.

"Ich wollte was Witziges in dieser Zeit", erklärte Heimsoth. Der Hintergrund ihrer Aktion: Die Stadt Duisburg hatte Mitte der Woche Geschäften des Einzelhandels den Betrieb zunächst grundsätzlich bis zum 19. April verboten.

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Überraschend große Nachfrage

Über den Grad der Lustigkeit lässt sich streiten, aber der kurze Photoshop-Einsatz zahlt sich nun aus: Denn anscheinend nahmen viele Duisburger die Sache ernst. Sie riefen an und fragten nach diesem Taxi, um sich ohne Corona-Ansteckungsgefahr ihr Lieblings-Sexspielzeug liefern können zu lassen. Ein Bericht in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" brachte der ganzen Sache zusätzlich die nötige regionale Aufmerksamkeit.

Völlig überrascht von der Resonanz machte die Inhaberin flugs das Beste aus dem kollektiven Missverständnis - und setzte den Scherz in die Realität um. Nun verdient sie etwas an der Krise. Denn mittlerweile fahre das Auto tatsächlich durch die Gegend und liefere Ware wie Gleitmittel oder Vibratoren, sagt Unternehmerin Heimsoth.

"Für eine Packung Kondome für 4,90 Euro setze ich mich nicht ins Auto"

Anders als auf Facebook prangt auf dem realen Auto aber nicht die Aufschrift "Dildo-Taxi". Schließlich wollen die Käufer anonym bleiben - gerade jetzt, wo jeder zu Hause hockt und die Nachbarn aus dem Fenster starren.

Kunden, so wünscht es sich Heimsoth, könnten im Onlineshop ihres Erotikladens die Produkte bestellen und dann am besten per Vorkasse bezahlen. Die Inhaberin möchte ihre Idee logistisch noch weiter verfeinern. Der Service habe aber auch Grenzen: "Für eine Packung Kondome für 4,90 Euro setze ich mich nicht ins Auto".

dpa/cgu
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