DER SPIEGEL

Coronalockerungen Europa öffnet, Europa feiert – bis die Polizei kommt

In fast allen Ländern fällt die Corona-Infektionskurve und mit ihr viele Beschränkungen. Gerade junge Leute feiern ausgelassen – und nicht immer legal. Blick auf drei Orte auf dem Kontinent.

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Pandemie? Was denn für ne Pandemie? Zu Tausenden feierten junge Leute am Abend in der Innenstadt von Barcelona. Es war das erste ganze Wochenende nach der Aufhebung des nationalen Notstandes, damit gingen deutliche Lockerungen einher. Allerdings sind Massenansammlungen wie diese auch in Spanien weiter verboten. Und so wurde das Motto "Feiern bis die Polizei kommt" am späten Abend Realität.

O-Ton Ricardo Salas, Polizei Barcelona

"Wir haben auf der Lluis Companys Promenade etwa 1000 Menschen weggeschickt, mit Hilfe der Regionalpolizei. Am Strand waren es 2.000-2.500 Leute, von denen manche die Abstandsregeln oder Gesundheitsvorschriften nicht eingehalten haben."

Diese Bilder belegen das Geschehen – dabei liegt Inzidenz in Spanien aktuell nur ein kleines Stück unter der in Deutschland. Rund 15.000 Neuinfektionen verzeichnete die gesamte Region Katalonien mit ihrer Hauptstadt Barcelona in den vergangenen zwei Wochen. Auch die Impfquote liegt unter der in Deutschland.

Vergleichsweise gesittet ging es am Wochenende dagegen am Strand von Ostia, einem Vorort von Rom zu. Auch in Italien gelten Lockerungen, auch hier ist die Pandemie auf dem Rückzug und damit hält das Strandleben wieder Einzug – allerdings blieben die Feierbiester offenbar zuhause.

Und auch in Polen brachte das Wochenende die Aufhebung von Corona-Maßnahmen – Restaurants und Kneipen dürfen seit Freitag Mitternacht zumindest ihre Außenbereiche wieder öffnen.

Zuzia Mockallo, Barbesitzerin

"Es hat lange gedauert. Wir waren mehr als 200 Tage geschlossen. Es war aus vielen Gründen sehr aufreibend und ermüdend. Wir wussten nicht, ob wir das überstehen. Aber dank der Hilfe verschiedener Leute und Institutionen haben wir es glücklicherweise geschafft."

Polen hatte noch Anfang April tägliche Fallzahlen von mehr als 30.000 bei nur gut 37 Millionen Einwohnern. Dann ist die Infektionskurve jedoch steil abgefallen – auf zuletzt unter 3.000 Fälle täglich.

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