Covid-19 Zahl der Corona-Patienten in US-Krankenhäusern steigt stark an

In mehreren US-Bundesstaaten schnellt die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern in die Höhe. Der Gouverneur von Texas appellierte an die Bürger, zu Hause zu bleiben: "Es geht darum, Leben zu retten."
Krankenhausmitarbeiter vor dem Wyckoff Heights Medical Center in New York

Krankenhausmitarbeiter vor dem Wyckoff Heights Medical Center in New York

Foto: ANGELA WEISS/ AFP

In den USA steigen die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in zahlreichen US-Bundesstaaten an. Der führende US-Immunologe Anthony Fauci zeigte sich besorgt über die deutlich zunehmenden Fallzahlen. Bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus sprach er von einem "beunruhigenden Anstieg von Infektionen" in Florida, Texas, Arizona und anderen Bundesstaaten.

Hospitalisierungsrate in Texas auf Allzeithoch

In Texas hat die Zahl der Neuinfektionen mit mehr als 5000 einen Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht. Auch die Hospitalisierungsrate ist auf einem Allzeithoch. Angesichts des starken Anstiegs hat Gouverneur Greg Abbott die Bürger des Bundesstaats aufgerufen, zu Hause zu bleiben. "Da sich das Virus im Moment so schnell ausbreitet, gibt es für Sie keinen Grund, Ihr Zuhause zu verlassen, es sei denn, es ist erforderlich. Der sicherste Ort für Sie ist Ihr Zuhause", sagte Abbott dem lokalen Fernsehsender KBTX.

Texas hatte als einer der ersten US-Bundesstaaten bereits im April Lockerungen der Schutzmaßnahmen angekündigt. Abbott mahnte am Dienstag die Einhaltung der Richtlinien etwa für Bars an und drohte mit Konsequenzen für Betreiber, die diese missachteten. Die Bürger forderte er auf, sich durch das Tragen von Masken, Händewaschen und soziale Distanz vor dem Coronavirus zu schützen.

Tragen von Gesichtsmasken in US-Bundesstaat Washington Pflicht

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Washington hat das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit angeordnet. "Es geht darum, Leben zu retten. Es geht darum, unsere Unternehmen wieder zu öffnen. Und es geht darum, Respekt und Fürsorge füreinander zu zeigen", sagt Gouverneur Jay Inslee, der Anfang des Jahres die Nominierung der Demokraten für das Präsidentenamt anstrebte. Washington verzeichnete in der vergangenen Woche einen Anstieg der Fallzahlen um 35 Prozent.

Laut "Washington Post" lag die Zahl der landesweiten Neuinfektionen am Dienstag bei 33.730 - dem höchsten Wert seit dem 25. April. Auch die Zahl der Covid-19-Toten stieg an diesem Tag auf mehr als 800. Rund die Hälfte der US-Bundesstaaten verzeichnen eine Zunahme von Fällen, darunter auch Arkansas, Kalifornien, North und South Carolina sowie Tennessee.

"Wir werden mehr testen, nicht weniger"

US-Präsident Trump führt den jüngsten Anstieg auf verstärkte Corona-Tests in der Bevölkerung zurück. "Wenn wir mehr testen, finden wir mehr Fälle", sagte er. "Testen ist ein zweischneidiges Schwert." Die USA hätten 27,5 Millionen Tests durchgeführt, mehr als jedes andere Land.

Trump hatte bei einer Kundgebung am Samstag erklärt, er habe "seine Leute" gebeten, die Tests langsamer durchzuführen. Aus dem Weißen Haus hieß es anschließend, der Präsident habe "offensichtlich gescherzt". Immunologe Fauci betonte am Dienstag, niemand aus der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses sei je angewiesen worden, Tests zu verlangsamen. "Das Gegenteil ist der Fall. Wir werden mehr testen, nicht weniger."

Trump spricht weiter von "Kung Flu"

Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen Fälle wurden seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Mehr als 120.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Dennoch bezeichnet der US-Präsident die Infektion weiter als "Kung Flu" und diskreditiert damit China. Bei einem Auftritt vor Anhängern in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona, erklärte er, er kenne "19 oder 20 Namen" für das Virus, das erst in China festgestellt worden war und sich dann über die Welt verbreitete. "Es gab noch nie etwas, wofür es so viele Namen gab", so Trump.

Als aus dem Publikum in Phoenix "Kung Flu"-Rufe ertönten, sagte der Präsident: "Kung Flu, ja, Kung Flu." Daraufhin bekam er tosenden Applaus. Bei dem Auftritt saßen Trumps Anhänger dicht an dicht und größtenteils ohne Schutzmasken im Zuschauerraum.

Trump hatte erstmals am Samstag bei einer Wahlkampf-Kundgebung in Tulsa, Oklahoma, gesagt, er kenne für das "chinesische Virus" verschiedene Namen, darunter "Kung Flu". Er sah sich daraufhin Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt, denen das Weiße Haus widersprach. Sprecherin Kayleigh McEnany sagte vor Trumps Auftritt in Arizona, Trump habe nur auf die Herkunft des Virus aufmerksam machen wollen.

Trump wirbt für eine rasche Wiedereröffnung der Wirtschaft und will - wohl auch mit Blick auf die Wahl im November - eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität. Seiner Darstellung zufolge ist das Coronavirus dabei, nach und nach aus den USA zu verschwinden.

ala/dpa