Wegen Corona-Pandemie Rio de Janeiro verschiebt weltberühmten Karneval

Der Karneval in Rio fällt Corona-bedingt bis auf Weiteres aus - zum ersten Mal seit mehr als hundert Jahren. Wann er nachgeholt wird, hängt für die Veranstalter von einer bestimmten Bedingung ab.
Im Februar 2021 wird es diese Bilder wohl nicht geben: Feiernde Menschenmassen in Rio de Janeiro (Archiv)

Im Februar 2021 wird es diese Bilder wohl nicht geben: Feiernde Menschenmassen in Rio de Janeiro (Archiv)

Foto: Fabio Teixeira / dpa

Der Karneval in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro wird wegen der Corona-Pandemie auf ein Datum in unbestimmter Zukunft verlegt. Ein neuer Termin hängt laut dem Verband der Sambaschulen davon ab, wann es einen Impfstoff geben wird.

Eigentlich sollte der Karneval in Rio de Janeiro im Februar stattfinden. "Angesichts all dieser Unsicherheit, dieser Instabilität (...) sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Veranstaltung verschoben werden muss", sagte Verbandspräsident Jorge Castanheira. Die Schulen hätten weder die Zeit noch die finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen, um den Karneval im Februar auf die Beine zu stellen.

Gewöhnlich ist es so, dass sich die Sambaschulen - kaum, dass ein Karneval zu Ende ist - schon wieder mit den neuen Umzugswagen und Kostümen beschäftigen, die sie zu den Umzügen für das kommende Fest ins Sambodrom mitbringen wollen. Jetzt würde in Rio eigentlich die heiße Phase der Vorbereitung beginnen.

Laut AP wurde der Karneval in Rio zuletzt vor über hundert Jahren ausgesetzt - 1912. Anlass war demnach der Tod des Außenministers. Rios Bürgermeisters hatte die Feierlichkeiten daraufhin um zwei Monate verschoben - viele Einwohner Rios hätten aber trotzdem gefeiert.

Brasilien gehört zu dem am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Mehr als 4,6 Millionen Menschen infizierten sich laut Johns-Hopkins-Universität  mit dem Virus. Bislang wurden rund 139.800 Todesopfer durch die Pandemie gezählt, das ist nach den USA die zweithöchste Zahl der Welt.

bbr/dpa/Reuters