Neue Studie über Extremismus Corona-Demonstranten sind überwiegend rechts

»Verschwörungstheorien und Demokratiedistanz«: Ein Forscherteam attestiert der Protestbewegung gegen Pandemiemaßnahmen eine eher rechte Gesinnung. Sorgen bereitet vor allem die Gewaltbereitschaft der Szene.
Coronademos: Wer marschiert da auf den Straßen?

Coronademos: Wer marschiert da auf den Straßen?

Foto: Paul Zinken / AFP

Die Corona-Protestbewegung ist laut einer aktuellen Studie politisch überwiegend rechts geprägt. Zwar seien auf den Demonstrationen Menschen unterschiedlicher weltanschaulicher Milieus und auch ideologischer Strömungen anzutreffen, jedoch gebe es einen Schwerpunkt bei vorrangig rechten, populistischen bis extremen Einstellungen, teilte der Forschungsverbund Motra mit.

Motra steht für »Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung«, an dem Verbund sind unter anderem mehrere deutsche Universitäten und das Bundeskriminalamt beteiligt.

»Die Corona-Protestbewegung ist politisch-weltanschaulich-ideologisch auffällig stärker rechts als links ausgerichtet«, heißt es in dem Bericht. Die Coronapandemie sei demnach ein zentraler Treiber eines »von Verschwörungstheorien und Demokratiedistanz unterlegten, überwiegend rechtsaffinen Radikalisierungsgeschehens«.

Hasspostings gegen Kommunalpolitiker

Dem Bericht liegen nach Angaben des Verbundes vielfältige Forschungsmethoden zugrunde. Die Studienmacher werteten unter anderem Statistiken aus und führten Experteninterviews. Demnach ergab eine Umfrage unter Kommunalpolitikern und -politikerinnen, dass fast jede und jeder Zweite in den zurückliegenden sechs Monaten vor der Befragung angefeindet wurde, Hasspostings erhalten hat oder tätlich angegriffen wurde.

»Die Konsequenzen für die Opfer von Bedrohungen und Anfeindungen wiegen schwer«, erklärte der Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe (CDU). Die Opfer litten unter psychischen und physischen Folgen, manche würden überlegen, das Amt niederzulegen.

»Unser Gemeinwohl ist gefährdet, wenn sich Menschen nicht mehr für die Stadt oder Gemeinde engagieren wollen«, warnte Lewe. Er rief betroffene Kommunalpolitiker dazu auf, Angriffe und Bedrohungen bei der Polizei anzuzeigen.

kek/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.