Corona-Silvester Die Welt startet verhalten ins neue Jahr

Feuerwerk: ja, Besucher: nein. Überschattet von der Corona-Pandemie hat die Welt den Jahreswechsel begangen. Einzig auf dem New Yorker Times Square kamen Menschen zusammen - die Helfer in der Pandemie.
Absperrungen nahe dem Brandenburger Tor: Schotten dicht statt Party

Absperrungen nahe dem Brandenburger Tor: Schotten dicht statt Party

Foto: Christophe Gateau / dpa

Die Feuerwerke immerhin fielen nicht kleiner aus als in den Vorjahren. Wie jedes Jahr erhellten unzählige Raketen um Mitternacht den Himmel der Welt. Über dem Hafen der australischen Metropole Sydney wie in Berlin. Anschauen konnte man sich das Ganze jedoch nur aus der Ferne – oder im Fernsehen.

Wegen der Corona-Pandemie galten in vielen Ländern der Welt zu Silvester und Neujahr strenge Ausgangsbeschränkungen, die große Feiern und Feste verhindern sollten. Auch in Deutschland: Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk war in diesem Jahr bundesweit verboten, um die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen. Tatsächlich verzeichnete etwa die Berliner Polizei bis kurz nach Mitternacht nur wenige Verstöße gegen die Auflagen.

In Brasilien, wo seit Beginn der Pandemie rund 195.000 Corona-Tote gezählt wurden, verhinderten die Behörden ein Zusammenkommen von Feiernden am Copacabana-Strand in Rio de Janeiro. Normalerweise findet dort eine der größten Silvesterfeiern weltweit statt. Die Pandemie hielt die Einwohner jedoch nicht davon ab, die Stadt mit Amateurfeuerwerken zu beleuchten.

Das Knallen der Feuerwerkskörper vermischte sich mit dem lautstarken Protest zahlreicher Demonstranten. Die Menschen lehnten sich aus ihren Fenstern, schlugen auf Töpfe und Pfannen ein und protestierten gegen Präsident Jair Bolsonaro, dem sie einen unverantwortlichen Umgang mit der Coronakrise vorwerfen. »Raus mit dir, Bolsonaro!«, riefen zahlreiche Demonstranten.

Auch auf dem New Yorker Times Square versammelte sich in diesem Jahr keine riesige Menschenmenge. Die einzigen Zuschauer waren eigens eingeladene Helfer in der Coronakrise, die mit ausreichendem Abstand das Spektakel genießen konnten. Nach Auftritten von Popstars wie Jennifer Lopez und Gloria Gaynor wurde um Mitternacht die berühmte Kristallkugel, der Times Square Ball, heruntergelassen.

Ganz anders in Neuseeland, wo unter anderem dank strikter Einreiseverbote seit Wochen kein neuer Corona-Fall mehr registriert wurde: In Auckland und anderen Städten versammelten sich riesige Menschenmengen, um die Feuerwerke um Mitternacht gemeinsam zu bestaunen.

Auch im chinesischen Wuhan drängten sich Tausende Feiernde im Zentrum der Stadt und ließen jubelnd Luftballons steigen, um das Jahr 2021 zu begrüßen. Die Elf-Millionen-Einwohner-Metropole war ab Ende Januar für mehr als zwei Monate von der Außenwelt abgeriegelt worden, nachdem dort erstmals das neuartige Coronavirus festgestellt worden war. Seit dem Sommer kehrte jedoch langsam wieder der Alltag ein.

sbo / REUTERS
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