Reiserückkehrer aus Afrika Verstörende Szenen in Amsterdam

Stundenlang eingepfercht in einem unbelüfteten Raum, viele Reisende ohne Mund-Nasen-Schutz, kaum Abstand – der Umgang mit der neuen Coronavariante stellt die Behörden vor Herausforderungen.
Transport der positiv getesteten Passagiere in Schiphol

Transport der positiv getesteten Passagiere in Schiphol

Foto: Laurens Bosch / EPA

Am Amsterdamer Flughafen Schiphol haben sich Berichten von Passagieren zufolge in der Nacht zu Samstag verstörende Szenen abgespielt. Die Insassen von zwei aus Südafrika gelandeten Maschinen wurden wegen der in ihrem Abflugsland zuerst festgestellten neuen Coronavariante Omikron abgefangen und getestet. Nach Stunden war klar, dass 61 von rund 600 Passagieren Corona-positiv sind – »wahrscheinlich« ist auch die sogenannte Omikron-Variante darunter.

Nach den Berichten dauerte es Stunden, bis überhaupt mit den Tests angefangen wurde. Die Menschen im Flugzeug wurden »von der Rollbahn in einen isolierten Raum gebracht, wo wir vier Stunden lang warteten, bevor wir getestet wurden«, sagte die Passagierin Paula Zimmerman. »Jeder im Flugzeug war da drin«, auf Abstandsregeln sei kaum geachtet worden.

Nach stundenlangem Warten habe sie endlich ein negatives Ergebnis erhalten, müsse nun aber fünf Tage in häuslicher Quarantäne verbringen, sagte Zimmerman, die ihre Nacht in Videos im Kurzbotschaftendienst Twitter dokumentierte.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ihr letztes Video, das dort kurz vor vier Uhr MEZ veröffentlicht wurde, zeigte eine Schlange weiterer Passagiere, die auf ihre Tests warteten, während andere auf Bänken und auf dem Boden schliefen. »Die Organisation war leider schrecklich. Daraus muss für die Zukunft gelernt werden«, twitterte Zimmerman.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ebenfalls an Bord einer der Maschinen war Stephanie Nolen, Gesundheitsreporterin der »New York Times«. Sie sprach bei Twitter von einer »Dystopie« – dem Gegenstück zur positiven Utopie. Passagiere, darunter Babys und Kleinkinder, warteten zusammengepfercht darauf, getestet zu werden, während »immer noch 30 Prozent der Menschen keine Maske« getragen hätten – viele »nur über dem Mund«.

Behörden zeigen sich einsichtig

»Wir sind einfach in diesem unbelüfteten Raum zur zwölften Stunde und atmen uns gegenseitig an«, schrieb Nolen. Am Samstagmorgen konnte sie ihre Reise nach Toronto in Kanada fortsetzen. »Der Test war negativ. Zumindest heute.«

An einem bestimmten Punkt habe er das Gefühl gehabt, gefangen genommen zu werden, berichtete ein weiterer Passagier. »Es gab keine Orientierung, niemand wusste, was vor sich ging«, sagte der 33-jährige Philippe. »Es war eine sehr unsichere Situation, und die Leute wurden sehr wütend darüber.«

Auch er sei wütend, sagte Philippe. »Warum müssen sich die Behörden zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie immer noch Gedanken darüber machen, wie man eine Flugzeugladung voller Menschen, die in Schiphol ankommt, testen kann?«

Corona-Lage in Deutschland

»Wir verstehen, dass die Leute darüber frustriert sind«, erklärte die niederländische Gesundheitsbehörde GGD zu den langen Wartezeiten auf die Testergebnisse. »Sie haben gerade eine lange Reise hinter sich und gehen davon aus, dass sie nun bald zu Hause sein werden.« Stattdessen seien sie »mit der in den Niederlanden noch nie dagewesenen Situation konfrontiert worden, dass sie in Schiphol getestet werden und dann auf das Ergebnis warten müssen«.

Die 61 positiv getesteten Passagiere warten nun in einem Quarantänehotel nahe dem Flughafen auf die Nachricht, ob sie sich mit der neuen Omikron-Variante angesteckt haben. Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) geht nach eigenen Angaben davon aus: »Die Omikron-Variante ist wahrscheinlich bei einigen getesteten Menschen gefunden worden.« Es würden weitere Analysen vorgenommen, um dies endgültig zu bestimmen.

sbo/AFP

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.