Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück Erneut 20 Tönnies-Arbeiter positiv getestet

Erst seit wenigen Tagen wird bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wieder geschlachtet. Jetzt haben sich schon wieder mehrere Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert, wie der Kreis Gütersloh bestätigt.
Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück

Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück

Foto: Caroline Seidel / picture alliance / dpa

Im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gibt es unter den Beschäftigten offenbar eine neue Welle an Infektionen mit dem Coronavirus. Das bestätigte eine Sprecherin des Kreises Gütersloh. "Es gibt 20 Personen aus dem Arbeitsumfeld der Firma Tönnies, die ein positives Testergebnis haben", sagt die Sprecherin dem SPIEGEL. Die betroffenen Arbeiter seien in den vergangenen Tagen im Werk tätig gewesen. Heute um 11 Uhr soll der Krisenstab des Kreises deswegen zusammenkommen.

"Derzeit läuft das Infiziertenmanagement", sagt die Kreissprecherin. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts würden ermitteln, wo und wie sich die Beschäftigten angesteckt hätten und mit wem sie in Kontakt gewesen seien. Es werde zudem überprüft, ob sich die Arbeiter und deren Kontaktpersonen wie angeordnet in Quarantäne begäben.

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Der Kreis habe gestern Nachmittag von den positiven Testergebnissen erfahren, sagt die Sprecherin. Auf eine SPIEGEL-Anfrage antwortet ein Sprecher der Firma Tönnies zunächst, dass man den Sachverhalt prüfe. Inzwischen hat der Konzern eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin heißt es, dass in den vergangenen Tagen alle Produktionsmitarbeiter getestet worden seien. Rund 7.300 Tests seien durchgeführt worden, davon seien 30 positiv. Von diesen 30 seien 22 Personen bereits bei einer Reihentestung positiv getestet worden, es handle sich daher um "altpositive Fälle", heißt es in der Mitteilung. Im Hinblick auf acht Personen würden die Behörden nun abgleichen, ob diese bereits durch die mobilen Teams positiv getestet worden seien.

"Durch die intensive Testung werden wir natürlich in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder positive Befunde haben", sagt der Unternehmenssprecher André Vielstädte.

Auch der Kreis hat sich inzwischen in einer Mitteilung geäußert, allerdings werden darin die ursprünglichen Aussagen relativiert. Reihentestungen hätten bei Tönnies "positive Befunde" gebracht, von einer zweiten Welle könne aber nicht die Rede sein. Es gebe insgesamt 31 positive Befunde, teilt der Kreis mit. Es gebe "drei echte Neuinfektionen" unter Arbeitern, die im Kreis Gütersloh leben. Drei weitere Neuinfektionen seien Tönnies-Beschäftigten zuzuordnen, die außerhalb des Kreises wohnen. Ein Großteil der positiven Tests sei aber "auf Restpositivität aus der ersten Welle" zurückzuführen, die betroffenen Personen seien "nicht mehr infektiös".

Wie der Kreis zu dieser Annahme kommt, teilt er nicht mit. Immerhin werden offenbar über 20 Tönnies-Beschäftigte erneut in Quarantäne geschickt, sie sollen auch ärztlich untersucht werden.

Nach einem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies im Juni wurde das Werk mehrere Wochen lang geschlossen. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern damit begonnen, einzelne Produktionsbereiche schrittweise wieder zu öffnen.