Melbourne Behörden verlängern Ausgangsbeschränkungen

Bis Mitte des Monats sollte der Lockdown in Australiens zweitgrößter Stadt andauern, jetzt verlängert Melbourne die Frist nochmals, aus Sorge vor einer dritten Infektionswelle.
Leere Straßen in Melbourne: Experten sehen Gefahr noch nicht gebannt

Leere Straßen in Melbourne: Experten sehen Gefahr noch nicht gebannt

Foto: WILLIAM WEST / AFP

Die australischen Behörden haben die strikten Ausgangsbeschränkungen in Melbourne, der zweitgrößten Stadt des Landes, verlängert. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei nicht stark genug zurückgegangen, um eine dritte Infektionswelle zu verhindern, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Der Lockdown bleibe noch bis 28. September in Kraft.

Bis dahin dürfen Menschen ihre Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Dazu zählen unter anderem der Einkauf von Nahrung und anderen essenziellen Gütern, Arbeit - sofern diese nicht von zu Hause aus erledigt werden kann - und der tägliche Sport.

Eigentlich sollten die seit sechs Wochen geltenden Beschränkungen, die unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre vorschreiben, nächstes Wochenende enden. Am Sonntag wurden nur 63 Neuinfektionen und fünf Todesfälle im Bundesstaat Victoria gemeldet, dennoch setzen die Behörden auf Vorsicht, um eine erneute Infektionswelle zu verhindern. Ende Juli waren in dem Bundesstaat über 700 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden. 

Victoria ist mit einem Anteil von 75 Prozent aller Corona-Infektionen der am stärksten betroffene Bundesstaat. Insgesamt hat Australien die Ausbreitung des Virus relativ erfolgreich eingedämmt. In dem Land mit seinen 25 Millionen Einwohnern wurden bislang rund 26.000 Infektionen und etwa 750 Todesopfer gemeldet.

Für Besucher aus dem Ausland bleiben die Grenzen Australiens noch bis mindestens 17. Dezember geschlossen. Der Einreisestopp gilt seit März, auch Menschen mit australischer Staatsangehörigkeit kommen derzeit nur schwer ins Land. Rund 23.000 Australier sind nach Regierungsangaben deshalb im Ausland gestrandet. Menschen mit ständigem Wohnsitz in Australien dürfen das Land nur in Ausnahmefällen verlassen.

mik/AFP
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