Sommerurlaub Besucheransturm an den Stränden

In sechs Bundesländern haben die Ferien begonnen - und Deutschlands Strände erleben einen großen Andrang von Touristen. In einigen Orten war es schon Samstag so voll, dass Besucher abgewiesen werden mussten.
Strand in Travemünde

Strand in Travemünde

Foto: Susanne Hübner, Susanne Huebner/ imago images/Susanne Hübner

Das Sommerwetter hat in der Coronakrise bereits am Samstagmittag zu viele Touristen in einige Urlaubsorte gezogen. In sechs Bundesländern hatten zuvor gleichzeitig die Ferien begonnen. In Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee wurde die Kapazitätsgrenze an den Stränden erreicht.

Parkplätze und Strand selbst seien voll, teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit. "Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet." Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. "Bitte halten Sie Ihre Buchungsbestätigung bereit", teilte sie weiter mit.

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Das niedersächsische Nordseebad Dangast war zum Auftakt der Feriensaison ebenfalls gut ausgelastet. "Nicht zu 100 Prozent, aber die touristischen Zahlen sind gut", sagte Kurdirektor Johann Taddigs der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Einhaltung der Corona-Regeln funktioniere. An den Stränden seien etwa die Strandkörbe auf drei Meter auseinandergerückt, damit der Radius von 1,50 Meter eingehalten werden könne.

Eingeschränkte Einreise für bestimmte Urlauber

Selbst wenn an den Stränden noch Platz ist: Urlauber aus den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh oder Warendorf dürfen zurzeit nur unter Auflagen anreisen. Nach dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück haben Bund und Länder sich auf Einschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots geeinigt. Demnach dürfen diese nur dann in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht werden oder ohne Quarantänemaßnahme in ein Bundesland einreisen, wenn sie mit einem Attest nachweisen, dass sie keine Infektion haben.

Thüringen schert dabei aber aus: "Wir werden kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot erlassen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage in Erfurt. Thüringen habe dazu bei der Bund-Länder-Vereinbarung zum Reiseverkehr am Freitag eine entsprechende Protokollerklärung abgegeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte die Bürger angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten. "Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst", sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Merkel wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: "Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst."

Während Reisen innerhalb der EU wieder weitgehend möglich sind, sollen für die meisten Einreisenden aus Nicht-EU-Ländern in die Europäische Union weiterhin strenge Regeln gelten. So werden Reisende aus Ländern wie den USA, Russland und Brasilien auch nach Ablauf dieses Monats nach Informationen der dpa nur in Ausnahmefällen in die EU kommen dürfen. Lediglich für Menschen aus rund einem Dutzend Ländern wie Südkorea oder Neuseeland könnten die geltenden Einreisebeschränkungen demnach im Juli aufgehoben werden.

lmd/dpa
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