Coronavirus in Deutschland Bayerisches Rotes Kreuz löst "Alarmstufe 1" aus

Mehr Einsätze wegen Covid-19 - und bald auch wegen der Ankunft von Flüchtlingen? Nach SPIEGEL-Informationen warnt das Bayerische Rote Kreuz in einem internen Schreiben vor einer Doppelbelastung.
Intensivtransport: Einsatzfahrzeug des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Gelände des Klinikums Nürnberg Nord

Intensivtransport: Einsatzfahrzeug des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Gelände des Klinikums Nürnberg Nord

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Nicolas Armer/ dpa

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat "Alarmstufe 1" ausgerufen. Diese Alarmierung betrifft sogenannte Schnelleinsatzgruppen in Bayern, die eine größere Zahl von Menschen betreuen, transportieren oder medizinisch behandeln könnten. In einem internen Alarmschreiben ("Nur für den Dienstgebrauch"), welches dem SPIEGEL vorliegt, werden verschiedene Gründe dafür angegeben. Zum einem gebe es eine "derzeit nicht absehbare Lageentwicklung der Ausbreitung des Covid-19-Virus". Aber auch die "Öffnung der türkischen Grenzen am 29.02.2020" und ein damit verbundener "möglicher Flüchtlingsstrom nach Europa" werden in der "Kurzlage" erwähnt. In dem Zusammenhang ist von möglichen Ressourcenengpässen "durch die Kopplung zweier Lagen in Bayern" die Rede.

Ein Sprecher des BRK bestätigt die Auslösung der Alarmstufe 1. Letztlich gehe es dabei aber primär darum, dass Einheiten eine Erreichbarkeit sicherstellen müssten. So heißt es auch in der Anordnung, dass eine "Alarmsicherheit" überprüft werden soll. Einsatzstäbe müssen rund um die Uhr erreichbar sein, ein Krisenstab muss binnen zwei Stunden aktiviert werden können. Weiterhin fordern die Krisenmanager von den Einheiten einen sparsamen Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung - dazu zählen etwa Masken und Schutzanzüge. In der Kurzlage heißt es, dass es eine "progressive Knappheit relevanter Materialien" gebe.

Das Rote Kreuz gehört gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen zu den Hauptsäulen des Katastrophenschutzes in Deutschland. Hauptsächlich sind es ehrenamtliche Kräfte, die sich in diesem Bereich engagieren. In den vergangenen Wochen betreute das Deutsche Rote Kreuz im Auftrag der Bundesregierung Wuhan-Rückkehrer in Germersheim , Berlin und in Kirchheim. Die jüngsten Informationen zur Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 sind nicht gerade beruhigend - rund 200 Menschen haben sich in Deutschland inzwischen mit dem Coronavirus infiziert. Gesundheitsminister Jens Spahn rief in der vergangenen Woche dazu auf, die Lage ernst zu nehmen, aber nicht übervorsichtig zu werden.

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