Lockdown in Sydney Hohe Bußgelder gegen Teilnehmer eines illegalen Gottesdienstes verhängt

30 Teilnehmende müssen je 1000 Australische Dollar zahlen, die Kirche 5000: In Australien ist ein illegaler Gottesdienst aufgeflogen. Der Pastor soll in einer früheren Predigt den Lockdown für beendet erklärt haben.
Gottesdienst (Symbolbild): Verstoß gegen den strikten Corona-Lockdown im Großraum Sydney

Gottesdienst (Symbolbild): Verstoß gegen den strikten Corona-Lockdown im Großraum Sydney

Foto: Pascal Deloche / Godong / Getty Images

Ihre Versammlung verstieß gegen die Coronamaßnahmen: In einem Vorort von Sydney hat die Polizei hohe Bußgelder gegen die Besucher eines Gottesdienstes verhängt.

30 Gläubige müssten je 1000 australische Dollar (610 Euro) zahlen, zudem sei die Kirche selbst mit einem Bußgeld von 5000 australischen Dollar (3000 Euro) belegt worden, teilte die Polizei mit .

Der Gottesdienst sei am Sonntagabend in Blacktown im Westen von Sydney abgehalten worden. Die Polizei habe einen Hinweis auf einen möglichen illegalen Gottesdienst bekommen und dann in der Kirche 60 Erwachsene und Kinder angetroffen.

Medienberichten zufolge hatte der Pastor der Kirche zuvor in einem Gebet den Lockdown für beendet erklärt: »In den Städten von New South Wales erklären wir im Namen Jesu, dass die Lockdowns vorbei sind. Im Namen Jesu lehnen wir jede Abriegelung in unseren Städten ab«, sagte er dem Sender ABC News  zufolge in einem Video.

Die Freikirche Christ Embassy, zu der auch die Gläubigen aus Blacktown gehören, wurde 1987 vom nigerianischen Prediger Chris Oyakhilome gegründet. Sie hat Anhänger auf der ganzen Welt, auch in Deutschland.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kirche im Kontext von Corona zu Bußgeldern verurteilt wurde. Über einen eigenen Fernsehsender im Vereinigten Königreich habe die Kirche wiederholt »ungenaue und potenziell schädliche Behauptungen über das Coronavirus« verbreitet, heißt es in einer Pressemitteilung der dortigen Kommunikationsaufsichtsbehörde Ofcom von Ende März 2021 . Sie belegte das Unternehmen hinter dem Fernsehsender mit einer Geldstrafe in Höhe von 125.000 Pfund.

Im Großraum Sydney gilt wegen steigender Viruszahlen seit acht Wochen ein strenger Lockdown, der erst kürzlich bis Ende September verlängert worden war. Die Menschen dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen ihre Häuser verlassen. Zudem sind nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Der Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt, verzeichnete am Montag bereits den dritten Tag in Folge mehr als 800 Neuinfektionen.

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Erst am Wochenende hatten Tausende Menschen in verschiedenen Landesteilen Australiens gegen die strengen Einschränkungen demonstriert. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Das 25 Millionen Einwohner zählende Land lebt seit März 2020 weitgehend abgeschottet und hatte die Pandemie über einen langen Zeitraum mit strikten Maßnahmen erfolgreich bekämpft. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante und einer schleppenden Impfkampagne häufen sich nun aber die Fälle.

bbr/dpa