1400 Fälle seit Monatsbeginn Zehntausende im Lockdown auf chinesischer Urlaubsinsel

Halbierte Hotelpreise, abgesagte Flüge, örtliche Lockdowns: Die chinesische Insel Hainan erlebt den größten lokalen Coronaausbruch seit Beginn der Pandemie. Einige Hotels versuchen offenbar, daraus Profit zu schlagen.
Der Nächste, bitte: Die Insel Hainan verlassen darf nur, wer über eine Zeitspanne von sieben Tagen fünf negative Testergebnisse vorweisen kann

Der Nächste, bitte: Die Insel Hainan verlassen darf nur, wer über eine Zeitspanne von sieben Tagen fünf negative Testergebnisse vorweisen kann

Foto: STR / AFP

Die chinesische Regierung hat auf der Tropeninsel Hainan weitere Lockdowns verhängt. Das gaben Staatsmedien am Montag bekannt. Auch die Hauptstadt Haikou zählt zu den betroffenen Städten. Insgesamt soll es sich um mindestens acht örtliche Lockdowns handeln, von denen einige nur wenige Stunden, andere mehrere Tage andauern sollen. Zuvor waren bereits die Gäste und Besucher der Stadt Sanya  angewiesen worden, zu Hause zu bleiben. Da Flüge, Bahnverbindungen und anderer öffentlicher Verkehr gestoppt wurden, stecken nun Zehntausende chinesische Touristen vor Ort fest.

Seit Monatsbeginn wurden auf der südchinesischen Insel mehr als 1400 Ansteckungen festgestellt. Bei dem Ausbruch handelt es sich um den größten seit Beginn der Pandemie. Im vergangenen Jahr vermeldete die Insel lediglich zwei lokale Coronafälle.

Manche Hotels sollen Preise verdoppelt haben

Der starke Anstieg trifft das Land inmitten einer Zunahme des Tourismus. China hatte zuvor die Beschränkungen für Inlandsreisen  leicht gelockert. Allein in Sanya stecken nun mindestens 25.000 Touristen in Hotels fest, während etwa 50.000 weitere in ihren Ferienapartments untergekommen sind. Die Insel verlassen darf nur, wer über eine Zeitspanne von sieben Tagen fünf negative Testergebnisse vorweisen kann.

Chinesische Behörden ordneten eine Halbierung der Hotelpreise für gestrandete Touristen an. Die parteinahe Zeitung »Global Times« berichtete jedoch von »Einzelfällen«, wo Hotels den Preisnachlass verweigerten oder kurzerhand die Preise verdoppelt hätten. Beamte wollten sich um die gemeldeten Probleme kümmern, hieß es.

Noch immer verfolgt China unter der Regierung von Xi Jinping eine strenge Null-Covid-Strategie . Auf einzelne Infektionen wird mit Ausgangssperren, Massentestungen und anderen Beschränkungen reagiert. Die Maßnahmen sind aber eine Belastung für die zweitgrößte Volkswirtschaft, die nur noch deutlich langsamer wächst. Die Aktie der lokalen Fluglinie Hainan Airlines fiel am Montagmorgen um 1,5 Prozent und befindet sich nun auf dem niedrigsten Stand seit Februar vergangenen Jahres.

swe/dpa/Reuters
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