Frankfurt am Main Gläubige bei Gottesdienst mit Coronavirus infiziert

Seit drei Wochen sind Gottesdienste unter Auflagen wieder möglich, nun haben sich bei einer Feier in Frankfurt am Main Gläubige mit dem Coronavirus infiziert. Ein Gemeindevertreter spricht von einer "schwierigen Lage".

In Frankfurt am Main haben sich offenbar mehr als ein Dutzend Besucher eines Gottesdienstes mit dem Coronavirus infiziert. "Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online", sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau.

Wie viele Menschen genau sich während der Feier am 10. Mai in der Baptistengemeinde angesteckt hätten, könne er nicht sagen. Die meisten Betroffenen seien zu Hause, sechs befänden sich in Krankenhäusern. "Bei uns ist es eine schwierige Lage", sagte Pritzkau. Der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, äußerte sich nicht über den Fall: "Ich bin Arzt und unterliege der Schweigepflicht."

Unklar ist laut Pritzkau auch, wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren. "Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden", beteuerte er. Es habe Desinfektionsmittel gegeben, so der 64-Jährige, auch der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

Religiöse Versammlungen sind seit dem 1. Mai unter Auflagen wieder erlaubt. So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen allen Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsmittelspendern.

Über die Zahl der Gemeindemitglieder machte Pritzkau keine Angaben, die meisten kämen aus dem Raum Frankfurt. In der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten im Stadtteil Rödelheim finden die Gottesdienste laut Homepage in deutscher und russischer Sprache statt.

Der Fall fällt in die Debatte über die Lockerungen von Schutzmaßnahmen während der Coronakrise. Seit Kurzem ist in den meisten Bundesländern etwa auch die Bewirtung in Gaststätten und Café wieder erlaubt. Im niedersächsischen Leer haben sich mehrere Menschen beim Besuch eines Restaurants angesteckt, Dutzende Menschen müssen dort nun in Quarantäne.

mxw/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.