Coronavirus Neue Infektionen in Hamburg und Baden-Württemberg

Weltweit steigen die Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus. In Deutschland sind 66 nachgewiesene Erkrankungen bekannt. Vor allem betroffen sind Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
Eine Mitarbeiterin des Landesgesundheitsamts setzt eine inaktivierte Probe eines Covid-19-Verdachtsfalles aus Baden-Württemberg in eine Vorrichtung

Eine Mitarbeiterin des Landesgesundheitsamts setzt eine inaktivierte Probe eines Covid-19-Verdachtsfalles aus Baden-Württemberg in eine Vorrichtung

Foto: Marijan Murat/ dpa

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus wächst: In Deutschland wurden mehrere neue Verdachtsfälle und Infektionen gemeldet. Bis Samstagvormittag zählte das Robert Koch-Institut für Deutschland 66 nachgewiesene Infektionen. Vor allem betroffen sind weiterhin Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. In Hamburg gab es derweil einen zweiten bestätigten Fall einer Coronavirus-Erkrankung.

In Baden-Württemberg wurde ein weiterer bestätigter Corona-Fall bekannt. Damit stieg die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf 15. Das Gesundheitsamt Freiburg teilte mit, dass es sich dabei um eine 42-jährige weibliche Kontaktperson zu einem bereits bestätigten Fall aus Freiburg handele. In Baden-Württemberg hat das Innenministerium neben Kindern, Schülern, Lehrern und vielen Beamten nun auch Polizisten empfohlen, vorsorglich zu Hause bleiben, wenn sie sich zuletzt in einem Risikogebiet für das neuartige Coronavirus aufgehalten haben.

DER SPIEGEL

In Nordrhein-Westfalen gab es bis Samstag mehr als 60 bestätigte Fälle der Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2. Darunter vier Kinder. Eine Grundschule in Bonn wurde für zwei Wochen geschlossen, nachdem ein Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt war. Vier Verdachtsfälle gab es in Duisburg. In Aachen und im nahe gelegenen Würselen wurde bei drei Personen das Sars-CoV-2 nachgewiesen. 

Für Veranstaltungen mit vielen Menschen gilt erhöhte Vorsicht. Die Kirchen ermahnten die Gläubigen vor den Gottesdiensten am Sonntag zu Achtsamkeit. Angesichts der weiteren Ausbreitung des Erregers empfahl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihren Gemeindemitgliedern, etwa beim Abendmahl nicht aus ein und demselben Kelch zu trinken.

Die Lebensmittelhändler verzeichnen eine gestiegene Nachfrage nach bestimmten Produkten, wie langlebigen Lebensmitteln und Reinigungstüchern oder Desinfektionsmitteln. Die Messe Düsseldorf verschob mehrere Veranstaltungen. Der Restaurantführer Guide Michelin hat die für Dienstag geplante Sterneverleihung in Hamburg abgesagt - wegen der gesundheitlichen Risiken für die Teilnehmer.

Frankreich untersagt Großveranstaltungen

Frankreich untersagte indes alle Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen. Diese Entscheidung sei vom Verteidigungs- und Ministerrat getroffen worden, teilte Gesundheitsminister Olivier Véran mit. Von dem Verbot seien vor allem Veranstaltungen in geschlossenen Räumen betroffen und einige Sportevents. Ausgenommen seien Veranstaltungen in Stadien. Der Halbmarathon in der französischen Hauptstadt am Sonntag fiel allerdings dem Verbot zum Opfer.

In Italien wurden fünf für dieses Wochenende angesetzte Spiele der ersten Fußballliga wegen des Coronavirus-Ausbruchs verschoben. Darunter befindet sich auch die Spitzenpartie Juventus Turin gegen Inter Mailand. Die Begegnungen hätten ohne Publikum stattfinden müssen, da die Regierung Großveranstaltungen verboten hat.

Immerhin kann in Italien am Montag der Unterricht wieder in einigen Schulen beginnen, die wegen der Coronavirus-Krise geschlossen hatten. Das verlautete nach einem Treffen von Ministerpräsident Giuseppe Conte mit Regionalpolitikern. Wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb, sollten die Schüler nur in den drei am härtesten getroffenen Regionen, darunter in der Lombardei, weiter zu Hause bleiben. Conte bestätigte diese Details zunächst nicht. Er verwies stattdessen auf eine Expertengruppe, die noch berate. Inzwischen sind in Italien 1128 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 29 Menschen sind bereits gestorben.

Infektionsraten stiegen weltweit

Die Zahl der Infizierten und Toten stieg in mehreren Ländern an. In China habe es am Freitag 427 neue Fälle gegeben, teilte die Nationale Gesundheitsbehörde mit. Am Donnerstag war der Anstieg mit 327 auf den niedrigsten Stand seit gut einem Monat gefallen. Damit wurden in China insgesamt 79.252 Fälle bestätigt. Die Zahl der Todesfälle stieg um 47 auf insgesamt 2835.

In Iran sind inzwischen 43 Menschen gestorben, wie ein Vertreter der Gesundheitsbehörden im Staatsfernsehen sagte. 593 Personen seien inzwischen infiziert , das seien 205 neue Fälle an einem Tag. Südkorea meldete 594 neue Fälle. Damit stieg die Zahl der Infizierten insgesamt auf knapp 3000.
In Frankreich stieg die Anzahl der Infektionen bis zum Samstag um 16 neue Fälle auf 73. Bereits zwei mit dem Coronavirus infizierte Menschen waren gestorben, zuletzt am Mittwoch ein 60-jähriger Franzose.

In Großbritannien ist die Zahl der bekannten Infektionen um drei auf 23 gestiegen, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Auf Teneriffa war in dem wegen des Virus abgeriegelten Hotel eine fünfte Infektion festgestellt worden. Nach Auskunft der örtlichen Gesundheitsbehörden handelt es sich um eine Person mit italienischer Staatsangehörigkeit. Fünf neue Coronavirus-Fälle wurden im Irak gemeldet. Damit steigt die Zahl in dem Land auf insgesamt 13, wie das zuständige Gesundheitsministerium mitteilt. Zwei weitere Fälle wurden auch in Pakistan bekannt - damit sind es vier insgesamt.

In Katar gab es den ersten Coronavirus-Infizierten, wie die staatliche Nachrichtenagentur des Landes berichtete. Auch Ecuador meldete den ersten Erkrankungsfall. Das Gesundheitsministerium teilte mit, es handele sich um eine ältere Frau, die am 14. Februar per Direktflug aus Madrid eingereist sei.

mfh/Reuters
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