Coronavirus Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime

In einem Wolfsburger Pflegeheim sind mehrere Bewohner an Covid-19 gestorben. Nun ergreift das Land Maßnahmen, um ähnliche Fälle zu verhindern.
Auch in einem Würzburger Seniorenheim kam es zu vielen Corona-Infektionen unter den Bewohnern, zehn Menschen starben

Auch in einem Würzburger Seniorenheim kam es zu vielen Corona-Infektionen unter den Bewohnern, zehn Menschen starben

Foto: Nicolas Armer/ dpa

Das Land Niedersachsen hat nach dem Tod mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Wolfsburg einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet. Das sagte Landessozialministerin Carola Reimann (SPD). Ausnahmen gebe es nur für Pflegeheime, die eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner garantieren könnten.

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim waren 17 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie die Stadt mitteilte. Bei den meisten von ihnen seien vor dem Tod keine Covid-19-Symptome aufgetreten. Am Klinikum Wolfsburg wurde ein Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet, das Krankenhaus verhängte einen Aufnahmestopp und weitete das Besuchsverbot aus.

Zur Begründung des Aufnahmestopps in Pflegeheimen sagte Ministerin Reimann, die Dynamik der Corona-Ausbreitung und das dramatische Geschehen in Wolfsburg ließen keine andere Wahl. Eine strikte Abschottung der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen sei das "einzige Mittel, das wir derzeit gegen das Coronavirus haben". Die Situation zeige erneut dessen "ganze Gefährlichkeit".

Reimann verwies erneut vehement auf die strikten Anweisungen zur Patiententrennung in Krankenhäusern und die Besuchsverbote für Pflegeheime. Empört äußerte sie sich zu Berichten über Angehörige, die diese in den vergangenen Wochen und Tagen unterliefen. Dies sei hochgefährlich für alle Bewohner. Konkrete Kenntnisse, dass dies auch in Wolfsburg eine Rolle spielte, habe sie jedoch nicht.

lmd/AFP/dpa
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