Staus an der Grenze zu Tschechien Die Pendler aus dem Hochrisikogebiet

Schlangen vor den Testzentren, ausgefallene Busverbindungen: Die neuen Einreiseregeln für Berufspendler aus Tschechien sorgen für Unmut und Chaos.
DER SPIEGEL

Staus und lange Schlangen vor den Testzentren an der deutschen Grenze. Für Berufspendler aus Tschechien hieß es zu Wochenbeginn vor allem eines: Geduld haben. Die Bundesregierung hat das Nachbarland zum Hochrisikogebiet erklärt - und verlangt nun von den Einreisenden Corona-Tests.

O-Ton Ivana Krizova Angestellte einer deutschen Firma »Wir haben nichts gegen den Coronatest, aber sie sollten auch die Deutschen testen.«

O-Ton Ondrej Filko Fabrikarbeiter »Ich lasse mich das erste Mal testen, aber das kann man nicht mehrmals die Woche schaffen.«

Bisher mussten sich Grenzgänger und Pendler einmal pro Woche testen lassen, neuerdings alle 48 Stunden. Um das deutlich erhöhte Aufkommen zu bewältigen, haben einige Grenzlandkreise Schnelltest-Stationen eröffnet. Wie hier am Übergang Vollmau in Furth im Wald.

O-Ton Jiri Schweißer «Ich bin zum ersten Mal hier, aber ich bin schon an anderen Grenzübergängen getestet worden. Ich werde jetzt wahrscheinlich regelmäßig jeden zweiten Tag hierherkommen müssen.»

Nach dem Abstrich können die Pendler zunächst weiterfahren. Sie bekommen ihr Ergebnis aufs Handy. Bei einem positiven Test dürfen sie ihre Arbeit nicht antreten, sondern müssen wieder nach Hause oder einen zusätzlichen PCR-Test an der Station machen.

O-Ton Ivanka Lebenspartner Angestellter einer deutschen Firma »Es ist etwas diskriminierend. Wir haben hier viele Infizierte, aber auch die Deutschen sollten kontrolliert werden.«

Allerdings gilt auch für Deutsche, die nach Tschechien zur Arbeit pendeln, eine 48-Stunden-Testpflicht. Viele von ihnen lassen sich aber beim Hausarzt testen und fahren auch nicht täglich hin und her.

Tschechien hatte zuletzt eine Sieben-Tage-Inzidenz von rund 461 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche aufgewiesen, etwa viermal so hoch wie in Deutschland.