Rettungsaktion in Corvette-Museum Luxusflitzer am Haken

Das war wirklich bodenlos: In einem Museum in den USA tat sich ein Erdloch auf und verschlang acht Corvette-Sportwagen. Als der erste nun wieder an die Oberfläche gehievt wurde, war der Applaus groß. Beim zweiten hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

AP/Daily News

Louisville - Mehrere Sportwagen sind im Corvette-Museum von Bowling Green mit einem Kran aus einem Erdloch gehievt worden. Insgesamt waren acht Wagen verschwunden, als sich Mitte Februar im Gebäude des National Corvette Museum ein Loch im Boden auftat. Es hat einen Durchmesser von 13 Metern und ist bis zu 20 Meter tief.

Zuschauer hätten gejubelt, als das erste Auto wieder zu sehen gewesen sei, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press. Beim zweiten Sportwagen sei die Reaktion verhaltener gewesen: Das Modell wurde durch den Sturz ziemlich demoliert.

Auto Nummer eins - ein ZR1 Blue Devil von 2009 - war tatsächlich nur leicht lädiert: Dellen an den Türen, ein kaputtes Fenster und eine gerissene Ölleitung. Der Wagen ließ sich sogar starten. "Er klang super, genau wie vorher", sagte Museumsdirektor Wendell Strode.

Auto Nummer zwei - eine rubinrote Corvette ZR-1 Spyder von 1993 - erwischte es deutlich heftiger. Allerdings sei auch dieser Wagen zu retten, hieß es. Insgesamt sind die acht beschädigten Autos mehr als eine Million Dollar wert. Sie sollen bis zum 3. August ausgestellt und dann in Michigan repariert werden. Hersteller Chevrolet wird die Reparaturen überwachen.

Die Rettung der weiteren Wagen dürfte schwieriger werden: Teilweise sind sie von Schutt und Betonteilen bedeckt. Zudem muss das Loch stabilisiert werden, um zu verhindern, dass es sich vergrößert oder weiteres Material nachrutscht. Nach Angaben des Museums könnte es bis Mitte April dauern, bis alle Wagen aus dem Loch gehievt werden können. Das Museum bleibt geöffnet - nur der Flügel mit dem Loch ist für Besucher nicht zugänglich.

Das Museum liegt in Bowling Green nahe der Fabrik, in der die Corvettes gebaut werden. Die Sportwagen werden ausschließlich dort produziert. Sinklöcher sind in der Gegend der Stadt keine Seltenheit. Sie liegt in einem Gebiet, das für seine weitläufigen Höhlensysteme bekannt ist.

ulz/AP



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