"Costa Allegra" auf den Seychellen Pannen-Schiff erreicht sicheren Hafen

Ein Alptraum geht zu Ende. Das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" ist nach seiner Irrfahrt im Indischen Ozean auf den Seychellen angekommen - geschleppt wurde es von einem Fischtrawler. Die 600 Passagiere hatten tagelang ohne Strom und Klimaanlage auf dem Deck ausgeharrt.


Victoria - Das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" hat nach drei Tagen im Schlepp eines französischen Fischtrawlers die Seychellen erreicht. Die Fahrt hatte sich offenbar verzögert, weil das französische Schiff zwei von den Seychellen geschickte Schlepper aus finanziellen Gründen nicht an der Operation beteiligen wollte.

Für die 600 Passagiere geht damit ein Alptraum zu Ende. Sie hatten tagelang ohne Strom und Klimaanlage auf dem Deck ausgeharrt, während das Kreuzfahrtschiff manövrierunfähig durch die Piratengewässer des Indischen Ozeans trieb.

Nun war die "Costa Allegra" gegen 6:30 Uhr vom Seychellen-Hafen Mahé aus zu sehen. Etwa eine Stunde später sollte die "Costa Allegra" mit mehr als 1000 Menschen an Bord in den Hafen einlaufen. Das Andockmanöver werde etwa zwei Stunden dauern, sagte eine Sprecherin des Tourismusamts der Seychellen.

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"Costa Allegra": Havariertes Kreuzfahrtschiff erreicht die Seychellen
Im Hafen von Mahé wird die "Costa Allegra" von zahlreichen Journalisten erwartet. Die für die Seychellen zuständige deutsche Botschafterin in Kenia will die 38 Deutschen an Bord des italienischen Schiffs in Empfang nehmen.

Die mehr als 600 Passagiere sollen nach ihrer Ankunft auf den Seychellen nach Italien, Frankreich oder Deutschland ausgeflogen werden. Nach Angaben der italienischen Reederei Costa Crociere wird ihnen aber auch angeboten, bis zu zwei Wochen - die Dauer der geplanten Kreuzfahrt - auf den Seychellen zu bleiben.

Auf dem Kreuzfahrtschiff war am Montag ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen. Die manövrierunfähige "Costa Allegra" wurde anschließend von einem französischen Trawler durch Piratengebiet nach Mahé gebracht. Da es keinen Strom an Bord gab, mussten die Passagiere die Reise über den Indischen Ozean bei tropischer Hitze ohne Kühlung überstehen. Die meisten verharrten oben an Deck, weil die Hitze im Schiffsinneren unerträglich war.

Die Reederei Costa Crociere steht damit zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit in der Kritik. Ihr gehört auch das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia", das vor der Küste Italiens zum Teil unterging und mehrere Menschen in den Tod riss.

nga/dapd/dpa

insgesamt 41 Beiträge
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Treviso 01.03.2012
1. Fisch-Trawler
Nachdem das ja alles glimpflich abgegangen ist, mal eine technische Frage: Was für Motoren haben den Fisch-Trawler, dass ein einzelnes Boot so ein Kreuzfahrtschiff tagelang hinter sich herzieht? Durfte mal in Holland einen Segler (Jolle) mit einem Hausboot aus Seenot retten. Wollte die gekenterte Jolle mitnehmen. Der Hausbootmotor war ruckzuck heiß gelaufen. Habe die Schleppleine dann gekappt und nur die Leute mitgenommen....
matthias_b. 01.03.2012
2. Luft nach oben
Damit ist die Geschichte zunächst zu Ende. Macht nix, Costa Crociere hat noch gut 15 andere Schiffe. Es bleibt spannend.
Jonny_C 01.03.2012
3. Hihi...
Zitat von sysopREUTERSEin Alptraum geht zu Ende. Das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" ist nach seiner Irrfahrt im Indischen Ozean auf den Seychellen angekommen - geschleppt wurde es von einem Fischtrawler. Die 600 Passagiere hatten tagelang ohne Strom und Klimaanlage auf dem Deck ausgeharrt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,818528,00.html
...das war ein "guter Fischzug" für den Trawler. Sei es ihnen gegönnt.
jimknopf107 01.03.2012
4. Naja..
Zitat von sysopREUTERSEin Alptraum geht zu Ende. Das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" ist nach seiner Irrfahrt im Indischen Ozean auf den Seychellen angekommen - geschleppt wurde es von einem Fischtrawler. Die 600 Passagiere hatten tagelang ohne Strom und Klimaanlage auf dem Deck ausgeharrt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,818528,00.html
Was soll man da noch sagen? Italienische Technik - Unzuverlässig und störanfällig, Ersatzteile keine vorhanden, kompetentes Personal gibt es nicht, Entscheidungsträger inkompetent und völlig verantwortungslos. Manche Dinge ändern sich vermutlich niemals. Ich war vor ein paar Jahren mit der Fähre von Genua Richtung Süden unterwegs und konnte mir selbst ein Bild machen: Notausgänge waren mit Gerümpel versperrt oder zugeschweisst, Feuerlöscher nciht an den angegebenen Plätzen oder längst veraltet, die Kästen, in denen normalerweise ein Feuerlöschschlauch ist, waren leer oder die Schläuche waren völlig verwittert mit cm-großen Löchern drin, die Beschilderung zur Orientierung im Schiff unvollständig oder irreführend, die Winschen für die Rettungsboote völlig verrostet und unbrauchbar..
mauimeyer 01.03.2012
5. Redundant
Zitat von sysopREUTERSEin Alptraum geht zu Ende. Das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" ist nach seiner Irrfahrt im Indischen Ozean auf den Seychellen angekommen - geschleppt wurde es von einem Fischtrawler. Die 600 Passagiere hatten tagelang ohne Strom und Klimaanlage auf dem Deck ausgeharrt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,818528,00.html
Was ich nicht verstehe, ist die Tatsache, daß alle Systeme ausgefallen sind. Bei einem so großen Schiff müssten doch alle redundant ausgelegt sein? Das zu recherchieren, wäre doch mal etwas für SPON. Oder weiß jemand aus dem Forum bescheid. Vielleicht ist ja jemand von der Meyer-Werft dabei, der antworten kann. Kauri
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