Bergung vor Giglio "Costa Concordia" schwimmt wieder

Erstmals seit zweieinhalb Jahren hat die havarierte "Costa Concordia" wieder Wasser unter dem Kiel. Techniker haben das riesige Wrack erfolgreich angehoben und etwa 30 Meter aufs Meer geschleppt.


Giglio - Es waren nur zwei Meter, um die die "Costa Concordia" angehoben wurde - doch die Wirkung ist durchschlagend: Das Kreuzfahrtschiff schwimmt wieder, und das zum ersten Mal, seit es vor zweieinhalb Jahren auf einen Felsen lief, kenterte und teilweise unterging.

Internationale Experten kamen am Montag vor der italienischen Insel Giglio mit der letzten Phase des beispiellosen Bergungsprojekts gut voran. Sie hoben das havarierte Schiff an und schleppten es schließlich etwa 30 Meter aufs Meer hinaus. Dort soll die "Costa Concordia" gesichert und auf den Abtransport nach Genua vorbereitet werden. Der ist für Montag kommender Woche geplant.

"Wir haben einen äußerst wichtigen Schritt für die gesamte Aktion geschafft", sagte der italienische Ingenieur Franco Porcellacchia, Projektleiter für die Reederei Costa Crociere. "Das Schiff schwimmt aus eigener Kraft, das war alles andere als absehbar. Wir sind extrem zufrieden."

Luftgefüllte Tanks geben nötigen Auftrieb

Am Montag wurde das Schiff von den Plattformen gelöst, die es monatelang gestützt hatten. In den kommenden Tagen sollen die 30 Schwimmkästen aus Stahl an den Seiten des Schiffs in Position gebracht werden, bevor diese mit Druckluft gefüllt werden und dem Kreuzfahrtriesen so den nötigen Auftrieb für den Abtransport geben. "Die leeren Tanks steigen dann nach oben und bringen das Schiff mit", sagte Porcellacchia.

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Zwei Meter angehoben: "Costa Concordia"-Bergung kommt gut voran

Im Laufe der Woche wird das Schiff weiter angehoben. Die Bergung hat das Unternehmen rund 1,5 Milliarden Euro gekostet. In Genua soll der Havarist verschrottet werden, zwei Jahre sind dafür eingeplant.

Die "Costa Concordia" hatte im Januar 2012 vor Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. An Bord befanden sich während des Unglücks mehr als 4000 Menschen. Bei der nächtlichen Evakuierung gab es chaotische Szenen sowie zahlreiche Probleme und Verzögerungen. 32 Menschen starben, die Leiche einer Italienerin wird bis heute vermisst.

Chronologie einer Katastrophe

rls/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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f.orenstöpsel 15.07.2014
1. Falls es jemanden interessiert
Die Insel Giglio hat diverse Webcameras installiert unter anderem auch einen Livestream. http://www.giglionews.it/2014/07/14/live-streaming-costa-concordia-refloating/ Oder diverse Webcambilder die sich halbminütlich erneuern.Z.B.: http://www.giglionews.it/2010/02/24/webcam-giglio-porto-panoramica/
Mieze Schindler 15.07.2014
2. Die Kosten für die Aktion plus Abschreibung des Kreuzfahrtschiffes
legt der Veranstalter sicher auf die nachfolgenden Reisenden um. Das ist ok so. Nur gut, dass der normale Steuerzahler das nicht an der Backe hat!
klugscheißer2011 15.07.2014
3. In gewissem Sinne
Zitat von Mieze Schindlerlegt der Veranstalter sicher auf die nachfolgenden Reisenden um. Das ist ok so. Nur gut, dass der normale Steuerzahler das nicht an der Backe hat!
In gewissem Sinne wird der normale Steuerzahler die Kosten schon mit an der Backe haben. Denn die hohen Kosten mindern die Steuerlast des Unternehmens, d.h. die Reederei zahlt weniger Steuern. Und die Unternehmen, die von dem Auftrag profitieren und ihre möglichen höheren Einnahmen dann zu versteuern hätten, verteilen sich auf mehrere Länder..., so dass der Steuerausfall im Land der Reederei nicht kompensiert wird... Interessant wird es dann noch, wenn der Abzug der Umsatzsteuer ins Spiel kommt.. diese lässt sich die Reederei gewiss vom Staat erstatten.. Also ist genau genommen wieder der Steuerzahler der Gelackmeierte..
peterpretscher 15.07.2014
4. Wo schwimmt Capitano Diletantte??
Ok. die Costa Concordia schwimmt wieder zum Abschrotten, aber was macht der Capitano Shittino?
Jabagrafs 15.07.2014
5.
Zitat von klugscheißer2011In gewissem Sinne wird der normale Steuerzahler die Kosten schon mit an der Backe haben. Denn die hohen Kosten mindern die Steuerlast des Unternehmens, d.h. die Reederei zahlt weniger Steuern. Und die Unternehmen, die von dem Auftrag profitieren und ihre möglichen höheren Einnahmen dann zu versteuern hätten, verteilen sich auf mehrere Länder..., so dass der Steuerausfall im Land der Reederei nicht kompensiert wird... Interessant wird es dann noch, wenn der Abzug der Umsatzsteuer ins Spiel kommt.. diese lässt sich die Reederei gewiss vom Staat erstatten.. Also ist genau genommen wieder der Steuerzahler der Gelackmeierte..
Von Versicherungen scheinen manche noch nichts gehört haben...
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