Havariertes Kreuzfahrtschiff Letztes Opfer aus Wrack der "Costa Concordia" geborgen

Fast drei Jahre hat es gedauert: Nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der italienischen Küste ist nun das letzte Opfer gefunden worden. Die Angehörigen sind erleichtert.

Wrack der "Costa Concordia" in Genua: Leichenfund auf Deck 8
DPA

Wrack der "Costa Concordia" in Genua: Leichenfund auf Deck 8


Rom - 1025 Tage lang hat Kevin Rebello gebangt, gewartet und irgendwann nur noch gehofft, dass die Leiche seines Bruders Russell endlich gefunden wird. Jetzt bestätigt er auf seiner Facebook-Seite, dass die sterblichen Überreste des ehemaligen Kellners der "Costa Concordia" im Wrack des Kreuzfahrtschiffs gefunden wurden. Zuvor hatten italienische Medien darüber berichtet.

"Ich habe meiner Familie versprochen, dass ich meinen Bruder zurück nach Hause bringen werde", schreibt Rebello. Jetzt sei er endlich gefunden worden, in einer Kabine auf Deck 8 des Unglücksschiffs, das im Januar 2012 vor der italienischen Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord havariert war. Die "Costa Concordia" war zuvor mit einem Felsen kollidiert. 32 Menschen starben bei dem Untergang, darunter zwölf Deutsche.

"Meine Eltern können jetzt vor Erleichterung aufatmen, ihre Gebete wurden erhört", schreibt Rebello weiter und bedankt sich bei allen Helfern, aber auch bei den Vertretern der Reederei Costa Cruises, die ihm zur Seite gestanden hätten. Zur endgültigen Bestätigung müssten jetzt noch die Ergebnisse der DNA-Analyse abgewartet werden. "Dann können wir Russel endlich in Ehren und mit Respekt als Helden bestatten. Indien wir kommen."

Kevin Rebello mit Fotos seines Bruders Russel: "Indien wir kommen"
AP

Kevin Rebello mit Fotos seines Bruders Russel: "Indien wir kommen"

Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde die Leiche des Vermissten bei den Abwrackarbeiten in der norditalienischen Hafenstadt Genua entdeckt. Laut "Stampa" machten Angestellte der Firma Ship Recycling den Fund, die das Wrack in Genua demontieren soll. Die Leiche sei durch umgekippte Möbel in der Kabine versteckt gewesen.

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"Costa Concordia": So sieht es im Innern des Kreuzfahrtschiffs aus
Nachder komplizierten und langwierigen Bergung des havarierten Schiffs war es auf einer mehrtägigen Reise in diesem Sommer vom Unglücksort über 350 Kilometer durch das Mittelmeer in den Hafen von Genua geschleppt worden.

Der ehemalige Kapitän der "Costa Concordia",Francesco Schettino, muss sich vor Gericht wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Verursachung von Umweltschäden und Verlassen eines Schiffs in Seenot vor Gericht verantworten.

Die Reederei Costa Crociere sprach den Hinterbliebenen von Rebello ihr Beileid "in diesem Moment des Schmerzes" aus. Das Gedenken an den Kollegen und alle anderen Opfer werde "für immer lebendig bleiben in den Herzen und der Erinnerung von Costa Crociere".

Chronologie einer Katastrophe

ala/AFP

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