Wrack der "Costa Concordia" Letzte Opfer offenbar gefunden

32 Menschen starben, als die "Costa Concordia" vor der Insel Giglio kenterte. Nun sind offenbar die letzten beiden Leichen in dem Wrack gefunden worden. Laut italienischem Zivilschutz lassen sie sich aber erst mit DNA-Tests endgültig identifizieren.

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Grosseto - Die Suche nach den beiden noch vermissten Opfern des "Costa Concordia"-Unglücks war offenbar erfolgreich. Taucher hätten im Wrack des Kreuzfahrtschiffes menschliche Überreste gefunden, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, dem TV-Sender SkyNews24. "Es könnte sich um die Personen handeln, die wir suchen", so Gabrielli. Die endgültige Identifizierung sei jedoch erst nach einem DNA-Test möglich.

Nach der spektakulären Aufrichtung des Wracks in der vergangenen Woche hatten Taucher am Dienstag begonnen, nach den Körpern eines indischen Schiffskellners und einer sizilianischen Passagierin zu suchen.

Die Angehörigen von Maria Trecarichi und Russel Rebello stehen jetzt unter Hochspannung. Noch kurz vor der Entdeckung hatte Kevin Rebello, Bruder des aus Indien stammenden Kellners Russel, auf Facebook gepostet: "Ein sehr wichtiger Tag, wir drücken die Daumen". Rebello war nach der Aufstellung des Wracks nach Giglio gereist und hatte die "Costa Concordia" von einem Boot aus in Augenschein genommen.

Bei dem Schiffsunglück im Januar 2012 waren 32 Menschen ums Leben gekommen. Die "Costa Concordia" hatte am Abend 13. Januar 2012 bei einem riskanten Manöver einen Felsen gerammt und war nur wenige Meter vor der Toskana-Insel Giglio gekentert. In einer weltweit einmaligen Aktion war das Wrack aufgerichtet worden.

In den Medien wurde Francesco Schettino als "Kapitän Feigling" und "Italiens meistgehasster Mann" tituliert. Er hatte das havarierte Schiff verlassen und war trotz mehrfacher Aufforderung der Hafenbehörde nicht an Bord zurückgekehrt, obwohl die meisten Passagiere noch festsaßen. Schettino muss sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Verlassen des Schiffs vor Gericht verantworten.

ulz/dpa/AFP

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