Côte d'Azur Unternehmer kauft Villa für halbe Milliarde Euro

Die Summe geisterte schon seit Tagen durch die Zeitungen, doch nun ist klar, wer hinter dem teuersten Hausverkauf aller Zeiten steckt: Michail Prochorow, russischer Metallunternehmer, wird künftig in der Villa Léopolda residieren.


Hamburg - Ein acht Hektar großes Grundstück, 50 Gärtner, 19 Schlafzimmer: Eng wird es in der Villa Léopolda nicht. Für 496 Millionen Euro überließ Lily Safra dem russischen Geschäftsmann Michail Prochorow ihr früheres Heim - nachdem sie sich zuvor monatelang geziert hatte.

Villa Léopolda: Besitzerwechsel für eine halbe Milliarde Euro
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Villa Léopolda: Besitzerwechsel für eine halbe Milliarde Euro

Lange war unklar, wer hinter dem Geschäft der Superreichen steckte - und den bisherigen Rekord für einen Hausverkauf brach. Nun enthüllte die Zeitung "Nice Matin": Der Metallunternehmer Prochorow ist der künftige Besitzer des Anwesens, das einst dem belgischen König Leopold II. gehörte. Der Monarch war seinerzeit billiger davongekommen: Er hatte das Gelände 1902 für den symbolischen Betrag von einem Franc erworben.

Der bisherige Rekord für einen Hausverkauf stammte aus dem Jahr 2004, als der indische Stahltycoon Lakshmi Mittal sich für umgerechnet 72,2 Millionen Euro ein Anwesen im Londoner Stadtteil Kensington gegönnt hatte.

Südfranzösische Immobilienhändler beklagen, dass der Markt in der Region vollkommen aus den Fugen geraten sei. Prochorow kann sich die Protzerei leisten: Das Vermögen des 43-Jährigen soll sich auf deutlich mehr als 20 Milliarden Euro belaufen. Zudem verdient er kräftig am Höhenflug der Metallpreise. Erst vor wenigen Tagen war in Moskau bekannt geworden, dass Prochorow 16,7 Prozent Anteile am größten russischen Metallproduzenten Norilsk Nickel für zehn Milliarden US-Dollar an den Mischkonzern Interros seines Ex-Kompagnons Wladimir Potanin verkauft.

Auch in Frankreich ist Prochorow kein Unbekannter: Anfang 2006 wurden er und 25 weitere Personen, darunter aus Russland eingeflogene Damen, bei einer Razzia im noblen Wintersportort Courchevel festgenommen. Die Polizei glaubte an Orgien mit Callgirls und vermutet Prostitution und Menschenhandel. Doch nach ein paar Tagen durfte der Unternehmer unbehelligt wieder heimfliegen.

Doch ausschweifende Feiern hat es in der Villa Léopolda auch in der Vergangenheit schon gegeben. Zu Festen auf dem Anwesen, das seinerzeit dem Fiat-Mogul Gianni Agnelli gehörte, erschienen Prominente wie Frank Sinatra und Ronald Reagan. Ehemalige Angehörige israelischer Spezialkräfte sollen für die Ruhe und die Sicherheit der Eigentümer gesorgt haben.

han/dpa



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