Cottbus Polizisten nach Auflösung rechtsextremer Demonstration angegriffen

In Cottbus hat die Polizei eine Kundgebung eines rechtsextremen Vereins aufgelöst, dabei kam es offenbar zu Attacken auf Polizisten. Die Beamten setzten Pfefferspray ein.
Polizisten bei der Demonstration des Vereins "Zukunft Heimat"

Polizisten bei der Demonstration des Vereins "Zukunft Heimat"

Foto: Frank Hammerschmidt/ picture alliance/dpa

In Cottbus hat die Polizei am Dienstag eine zunächst genehmigte Kundgebung des extrem rechten Vereins "Zukunft Heimat" aufgelöst - und ist danach nach eigenen Angaben angegriffen worden. Die Beamten seien aus einer Gruppe von bis zu 50 Menschen heraus attackiert worden und setzten daraufhin Pfefferspray ein, teilte die Polizeidirektion Süd in Cottbus mit.

Zur Auflösung der Demonstration sagte eine Polizeisprecherin, das Verwaltungsgericht habe dem Versammlungsleiter mehrere Auflagen erteilt, an die er sich nicht gehalten habe. Schätzungen des RBB zufolge  befanden sich mehr als 200 Menschen auf dem Cottbuser Altmarkt - erlaubt seien wegen der Corona-Beschränkungen derzeit nur 50.

Nach den Angriffen auf die Beamten seien bei der Durchsuchung eines beteiligten 17 Jahre alten Verdächtigen Quarzsandhandschuhe entdeckt und sichergestellt worden, teilte die Polizei mit. Diese Handschuhe können beim Zuschlagen schwere Verletzungen erzeugen. Der Jugendliche sei den Eltern übergeben worden, die Polizei habe Anzeige erstattet.

Eine weitere Person wurde der Polizei zufolge wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt. Nähere Angaben zur Identität machte die Polizei nicht.

Der Cottbuser AfD-Abgeordnete Lars Schieske bezeichnete im Landtag den Polizeieinsatz als unverhältnismäßig. "Die Polizei hat das eskalieren lassen." Er werde Klage einreichen. Die Polizei wies das zurück und erklärte, Auflagen seien von den Teilnehmern nicht eingehalten worden. Man habe verhältnismäßig gehandelt, sagte eine Sprecherin.

kko/dpa
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