Wanzen an Gymnasium in Cottbus gefunden Stellvertretender Schulleiter soll Kollegen ausspioniert haben

An einem Gymnasium in Cottbus soll der Vizedirektor in vier Räumen Abhörmikrofone angebracht haben. Der Mann wurde mit sofortiger Wirkung suspendiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt (Symbolbild).

Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt (Symbolbild).

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Am Cottbusser Pückler-Gymnasium sind in vier Räumen der Schulleitung und des Lehrerrats Abhörmikrofone gefunden worden, sogenannte Wanzen. Das berichtet das brandenburgische Kultusministerium  in Potsdam.

Der Verdacht fiel schnell auf den stellvertretenden Direktor, der seit 2015 in dieser Funktion an der Schule tätig war. Er habe immer wieder Details aus Gesprächen gekannt, bei denen er nicht dabei gewesen sei.

Strafanzeige gestellt

Die Vermutung habe sich nach einer Anhörung bestätigt, teilte das Ministerium mit. Der Mann wurde demnach mit sofortiger Wirkung suspendiert und darf die Schule nicht mehr betreten. Gegen ihn wurde Strafanzeige gestellt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen "Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes". Darauf stehe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, sagte Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum. Wer allerdings als Amtsträger oder im öffentlichen Dienst besonders verpflichtet sei, bei dem erhöhe sich der Strafrahmen auf bis zu fünf Jahre.

Wanze am Schreibtisch des Schulleiters

Wie der rbb berichtet , soll die erste Wanze zufällig am Schreibtisch des Rektors entdeckt worden sein, als der Hausmeister das Möbelstück reparieren wollte.

Weil mit dem stellvertretenden Schulleiter nun eine Lehrkraft fehlt, muss auch der Stundenplan angepasst werden. Die Unterrichtsversorgung ist laut Kultusministerium aber gesichert.

Die "Lausitzer Rundschau " schreibt, der Lehrer für Mathematik, Physik und Astronomie sei nach Aussagen von Eltern schon an einer früheren Schule unangenehm aufgefallen, durch "wechselhafte Stimmungen" und "herablassendes Verhalten gegenüber Mädchen". Deshalb habe er die Schule verlassen müssen.

olb/dpa
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