Crash auf Friedhof Viele Tote bei Flugzeugabsturz in Montana

Flugzeugabsturz im US-Staat Montana: Eine Kleinmaschine stürzte direkt auf einen Friedhof. 14 Menschen kamen dabei ums Leben - unter ihnen sieben Kinder, die auf dem Weg zu einem Skiausflug waren. Bei der Bruchlandung einer Frachtmaschine in Tokio wurden zwei Insassen getötet.


Butte/USA - Bei einem Flugzeugabsturz im US-Staat Montana sind 14 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind sieben Kinder, wie eine Sprecherin der US-Luftfahrtbehörde (FAA) erklärte. Zunächst war von bis zu 17 Toten die Rede gewesen.

Die einmotorige Turboprop-Maschine stürzte nach FAA-Angaben beim Anflug auf den Flughafen Butte etwa 150 Meter vor der Landebahn in einen Friedhof und ging in Flammen auf. Augenzeugen berichteten, die Maschine sei im Sturzflug auf die Erde gestürzt. Es sollen sich dramatische Szenen vor Ort abgespielt haben, hieß es weiterhin.

Die Gruppe an Bord befand sich nach Vermutungen von Ermittlern auf einem Ski-Ausflug. Der Sheriff von Butte erklärte, zum Zeitpunkt des Absturzes hätten sich zwar einige Menschen auf dem Friedhof aufgehalten, dort sei aber niemand verletzt worden.

Gestartet war die Maschine den Angaben zufolge in Kalifornien, ursprünglich sollte sie nach Bozeman in Montana fliegen. Warum der Pilot seinen Flugplan geändert und das 140 Kilometer entfernte Butte angeflogen hatte, war zunächst unklar. Auch über die mögliche Absturzursache machten die Behörden zunächst keine detaillierteren Angaben.

Bei der abgestürzten Maschine handelte es sich nach Angaben der Behörden um eine Pilatus PC-12, die im Jahr 2001 gebaut wurde. Solche Flugzeuge sind für bis zu zwölf Personen zugelassen. Die FAA hat die Ermittlungen aufgenommen.

Es war bereits der vierte größere Flugzeugabsturz in den USA in den vergangenen drei Monaten. Am 20. Dezember rutschte eine Maschine der Continental Airlines in Denver von der verschneiten Landebahn, 37 Personen wurden verletzt. Im Januar kam es zu der spektakulären Notlandung einer US-Airways-Maschine auf dem Hudson in New York, bei der alle 155 Personen an Bord überlebten. Beim Absturz einer Maschine in einem Vorort von Buffalo im vergangenen Monat kamen 50 Menschen ums Leben.

Bei der Bruchlandung einer Frachtmaschine auf dem internationalen Flughafen von Tokio sind beide Insassen getötet worden. Das Flugzeug des Kurierdienstes FedEx explodierte am Montag nach dem Aufsetzen auf dem Narita-Airport in einem Feuerball, wie das japanische Fernsehen zeigte. Es war bei stürmischem Wetter gelandet und hatte brennbare Flüssigkeit an Bord.

Die Maschine des Typs McDonnell Douglas MD-11 kam offiziellen Angaben zufolge aus Guangzhou in China. Fernsehbilder zeigten, wie das Flugzeug nach dem Touchdown erst nach vorne und dann zur Seite kippte. Schon in Flammen, schlitterte es in hohem Tempo über die Landebahn und blieb schließlich kopfüber am Rand des Rollfeldes liegen. Der Pilot und der Co-Pilot, beide US-Bürger, starben kurz nach dem Absturz im Krankenhaus. Die Feuerwehr brauchte zwei Stunden, um den Brand zu löschen. Die japanische Flugaufsicht entsandte sechs Ermittler an den Unglücksort.

Laut japanischem Wetterdienst herrschte zum Zeitpunkt des Unglückes stürmisches Wetter mit Windgeschwindigkeiten bis zu 72 Stundenkilometern. Fluglotsen hätten die Piloten vor starken Böen in bis zu 600 Meter Höhe gewarnt, erklärte das Verkehrsministerium. Anscheinend habe der Wind kurz über dem Rollfeld dann überraschend nachgelassen, so dass die Maschine keinen Auftrieb mehr hatte, sagte ein Luftfahrtexperte im Fernsehen.

Wegen des Unglücks musste eine der beiden Landebahnen des Narita-Flughafens mehre Stunden lang geschlossen werden. Fast 50 Flüge wurden abgesagt.

jjc/AP/AFP



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