Anti-Corona-Maßnahme in Dänemark Tierschützer entsetzt über qualvolle Nerz-Tötungen

Mehr als 15 Millionen Nerze sollen in Dänemark getötet werden, weil sie eine Mutation des Coronavirus verbreiten. Bei der Keulung soll es zu folgenschweren Fehlern gekommen sein.
Nerze in Käfigen auf einem Bauernhof in Gjoel in Nordjütland

Nerze in Käfigen auf einem Bauernhof in Gjoel in Nordjütland

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Mads Claus Rasmussen / dpa

Mehr als 200 Menschen sollen sich in Dänemark mit einer Mutation des Coronavirus infiziert haben. Besonders häufig trat diese Variante in Nordjütland auf, wo es besonders viele Nerzfarmen gibt. Landesweit wurde Sars-CoV-2 in 216 Zuchtanlagen gefunden. Weil das sogenannte Cluster-5-Virus von Tieren auf Menschen übertragbar ist, verfügte die dänische Regierung die Tötung aller Nerze – etwa 15 bis 17 Millionen Pelztiere.

Jetzt hat sich eine dänische Tierschutzorganisation  an die Öffentlichkeit gewandt und Anzeige erstattet. Während der Massenkeulung von Nerzen sei es zu erheblichen Fehlern gekommen, die Tierquälerei zur Folge gehabt hätten.

In den sozialen Medien kursiert ein Video, das zeigt, wie auf einer Nerzfarm in Nordjütland bei einer missglückten Tötung durch Beschäftigte der staatlichen Lebensmittelbehörde tote und noch lebende Tiere zusammengedrückt werden. 

Man sei erschüttert über das Vorgehen, das nichts anderes als Tierquälerei darstelle, teilte die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse mit. Die Behörden müssten sicherstellen, dass das Keulen der Pelztiere auf korrekte Weise vonstattengehe.

"Das sind völlig unzulässige Bilder, von denen wir Zeuge werden. Das ist herzzerreißend und darf einfach nicht passieren", erklärte die Leiterin der Abteilung Tierschutz bei der Organisation, Yvonne Johansen. Auch wenn die Behörden in kurzer Zeit eine Vielzahl an Tötungen vornehmen müssten, müsse auf jedes einzelne Tier Rücksicht genommen werden. Die Polizei soll nun bei ihren Ermittlungen prüfen, wer für das falsche Vorgehen verantwortlich ist.

Bei der Massenkeulung werden die Tiere laut Angaben von Dyrenes Beskyttelse ebenso vergast, wie wenn sie zu Pelzen verarbeitet würden.

ala/dpa