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Klüger werden mit: Daniel Borschukewitz

Der 18-jährige Schüler aus Osterholz-Scharmbeck über seine Lernhilfe für Mitschüler
aus DER SPIEGEL 18/2004

SPIEGEL: Sie haben ein Lernsystem entwickelt und vermitteln Schülern aus ganz Norddeutschland Ihr Wissen. Wie funktioniert Ihr Programm?

Borschukewitz: Wir reden unter anderem über Zeitmanagement, erklären die Vor- und Nachbereitung von Klausuren und zeigen, wie man ein Referat richtig gliedert. Außerdem üben wir Konzentration, setzen Lernziele und erklären den Sinn von Hausaufgaben. Ich habe 19 Lernberater ausgebildet, und die besprechen mit den jüngeren Schülern die Themenblöcke. Wir helfen, Lernen zu lernen.

SPIEGEL: Ist das nicht die Aufgabe der Lehrer?

Borschukewitz: Eigentlich schon. Die meisten Lehrer unterrichten aber noch so wie vor 20 Jahren. Altes Material, veraltete Arbeitsmethoden. Außerdem sagen sie, dass sie mit dem Lehrplan genug zu tun und keine Zeit hätten für solche Themen. Ich glaube eher, sie haben keine Lust.

SPIEGEL: Was unterscheidet Ihr Lernsystem von anderen?

Borschukewitz: Einzigartig ist, dass Schüler Schülern Tipps geben. Die Lernberater und die Klasse stehen auf einer Stufe - alle haben ähnliche Probleme. Deswegen hören die Schüler uns zu, setzen unsere Vorschläge um. Wir sind glaubwürdiger.

SPIEGEL: Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen?

Borschukewitz: Nach einer schlechten Note habe ich mich darüber schlau gemacht, wie man richtig lernt. Da habe ich gemerkt, dass die Sprache der Bücher kein Jugendlicher versteht. Also habe ich Infos gesammelt und für Schüler übersetzt.

SPIEGEL: Gelten Sie da bei manchen Mitschülern nicht als Streber?

Borschukewitz: Überhaupt nicht. Ein Streber wäre ich, wenn ich die Informationen für mich behalten würde.

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