Geplanter Autobahnausbau
Zwei Aktivisten nach Räumungsaktion im Dannenröder Forst festgenommen
Bei einer Protestaktion im Dannenröder Forst sind Polizei und Waldschützer aneinandergeraten. Es gab Festnahmen, eine Aktivistin wurde erst nach Stunden von Spezialkräften abgeseilt.
Einsatz im Dannenröder Forst: Aktivistin weigerte sich, die Barrikade zu verlassen
Foto: Boris Roessler / dpa
Im Zuge der geplanten Räumung von Rettungswegen ist es im Dannenröder Forst nahe dem hessischen Homberg (Ohm) zu einer ersten größeren Konfrontation zwischen Polizei und Aktivisten gekommen. Beim Versuch der Polizei, ein Gestell aus Baumstämmen abzubauen, seilte sich am Mittwoch eine Aktivistin darauf ab.
Sie verharrte unter dem Applaus von Dutzenden Mitstreitern über Stunden auf einer kleinen Sitzfläche, bis sie von Spezialeinsatzkräften heruntergeholt wurde. Ziel der polizeilichen Räumungen war es, Barrikaden von den Rettungs- und Zufahrtswegen zu entfernen. Eine Räumung der Baumhäuser, in denen sich die Aktivisten eingerichtet haben, war hingegen nicht geplant.
Im Laufe des Einsatzes wurden laut Polizei auch zwei Personen festgenommen. Sie hätten zuvor versucht, an ein Kranfahrzeug zu gelangen, hieß es. Auch Gegenstände seien auf den Waldweg geworfen worden, um die Reifen von Einsatzfahrzeugen zum Platzen zu bringen.
64 Hektar Wald sollen gefällt werden
Für den Ausbau der Autobahn 49 soll ein Teil des Dannenröder Forstes gerodet werden. Der Ausbau der A49 zwischen Kassel und Gießen beschäftigt Anwohner und Naturschützer seit mehr als 40 Jahren. Im Fokus der Proteste steht dabei ein geplanter 43 Kilometer langer Abschnitt zwischen Stadtallendorf und Gemünden an der Felda, wo die Autobahn nach Plänen des Landes an die A5 angeschlossen werden soll.
Vorgesehen ist, dass dafür ab Oktober etwa 64 Hektar Wald gefällt werden, davon 27 Hektar im Dannenröder Forst. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es deshalb mehrere Protestaktionen gegeben.
Die hessische CDU-Landtagsfraktion sprach sich für den Ausbau der A49 aus. "Die Region insgesamt wird durch einen Lückenschluss näher an das Rhein-Main-Gebiet heranrücken", erklärte Fraktionschefin Ines Claus. Sie mahnte friedliche und gewaltfreie Proteste an.
Der grüne Koalitionspartner verwies am Mittwoch darauf, dass die Planungen das "Ergebnis eines langen, rechtsstaatlichen und demokratischen Verfahrens" seien. Die Grünen hätten sich "immer gegen den Weiterbau" ausgesprochen, erklärte Grünenfraktionschef Mathias Wagner.