Das hat Greta Thunberg Angela Merkel zu sagen
Dieser Beitrag wurde am 18.02.2019 auf bento.de veröffentlicht.
Angela Merkel hat sich am Wochenende skeptisch über Klima-Aktivistin Greta Thunberg geäußert, jetzt kontert die Schwedin. Die Aufmerksamkeit werde schon wieder von den Inhalten des Protests weg gelenkt, sagte sie uns.
"Es ist interessant: Immer wenn die Schulstreiks als Thema aufkommen, reden fast alle politischen Führer und viele Journalisten über alles mögliche – außer über den Klimawandel."
Worum geht es in der Debatte?
Zurzeit gehen Tausende Schülerinnen und Schüler in Europa jeden Freitag für den Klimaschutz auf die Straße. Die Greta Thunberg hat die "Fridays for Future"-Bewegung angestoßen.
Doch Angela Merkel scheint so viel Engagement bei jungen Menschen irgendwie verdächtig zu finden. In einer Rede deutete sie an, es müsse "äußere Einflüsse" für so eine Bewegung geben – und rückte den Schülerprotest so in die Nähe russischer Propaganda-Kampagnen. Diese Aussage sorgte für Verwunderung.
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz sprach Merkel über die Gefahren von "hybrider Kriegsführung", mit der vor allem Russland gezielt Propaganda und Desinformation verbreite. Dann kam sie auf die Schülerinnen und Schüler zu sprechen, die derzeit für Umweltschutz streiken. Wörtlich sagte sie:
Wollte die Kanzlerin damit etwa sagen, dass "Fridays for Future" das Ergebnis von Propaganda ist?
Offenbar nicht. Schon kurz nach der Rede stellte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Nachfrage auf Twitter klar, Merkel finde das Engagement der Schüler "ausdrücklich gut", es habe sich bloß um ein "Beispiel für die Mobilisierung durch Kampagnen im Netz" gehandelt.
Was sagt Greta Thunberg nun zu Merkels Rede?
Böse Absicht unterstellt sie Angela Merkel nicht, sie gehe von einem "unglücklichen Formulierungsfehler" aus, sagte Thunberg am Montag dem SPIEGEL. Trotzdem erkennt sie in der Aussage der Bundeskanzlerin das problematisches Muster. Es gehe um alles mögliche, aber eben nicht den Klimawandel.
Worüber dabei auch besonders gern geredet wird: Greta Thunberg selbst.
Warum die meisten Kommentare gegen Greta Thunberg eigentlich nur beweisen, dass sie recht hat
In ihrer Rede ließ Merkel es so klingen, als hätten die Schülerinnen einfach ohne erkennbaren Grund angefangen zu demonstrieren. Doch auch das stellt Thunberg richtig: "Der 'äußere Einfluss', auf den Angela Merkel hinweist, ist die Tatsache, dass die Führer der Welt seit Jahrzehnten die volle Bedeutung der Klimakrise gekannt haben, die unsere komplette Existenz bedroht. Und doch haben sie im Grunde nichts getan."