Beliebteste Vornamen 2012 Alt ist in

Biblische und antik klingende Vornamen bleiben bei deutschen Eltern beliebt. Der an Lukas angelehnte Luca machte bei den Jungen das Rennen, bei Mädchen ist Sophie nach Angaben der Gesellschaft für deutsche Sprache der Name des Jahres 2012. Der Geschmack der Nachkriegsgeneration ist dagegen out.

Luca und Sophie: Die Gewinnernamen 2012
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Luca und Sophie: Die Gewinnernamen 2012


Hamburg - Sophie und Luca waren 2012 die populärsten Vornamen für Neugeborene in Deutschland. Auf der alljährlichen Hitliste der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) machte Luca/Luka dabei einen Sprung von Platz sieben an die Spitze. Ein Jahr zuvor lag noch Maximilian vorn. Er belegt nun Platz zwei, gefolgt von Alexander, wie die Gesellschaft in Wiesbaden mitteilte.

Bei den Mädchen war Sophie/Sofie schon 2011 Spitze, auch auf den nächsten Plätzen mit Marie und Maria änderte sich nichts. Unter insgesamt 50.000 verschiedenen Namen wurden Fallion, Kirono, Meus oder Katte erstmals eingetragen. Bei Loriot, Kater, Motte oder Bommel sagten Standesämter und Sprachforscher "Nein".

Hier sind die Top Ten der Jungennamen:

1. Luca/Luka (Vorjahr: 7)
2. Maximilian (1)
3. Alexander (2)
4. Paul (3)
5. Ben (5)
6. Leon/Léon (4)
7. Lukas/Lucas (6)
8. Elias (9)
9. Luis/Louis (8)
10. Jonas (10)

Und dies sind die beliebtesten Mädchennamen:

1. Sophie/Sofie (1)
2. Marie (2)
3. Maria (3)
4. Sophia/Sofia (5)
5. Mia (4)
6. Emma (6)
7. Hannah/Hanna (8)
8. Anna (7)
9. Johanna (9)
10. Luisa/Lousia (11)

Weil die Namensmode nur langsam wechselt, herrschen unter den ersten zehn Listenplätzen weiterhin biblische oder antik klingende Namen vor. Die elegante italienische Namensform Luca sei wohl aufgestiegen, weil sie sich gut für Doppelnamen eigne, sagte GfdS-Sprachberaterin Frauke Rüdebusch. Der herkömmliche Lukas/Lucas steht bei den Jungen auf Platz sieben.

Großtrend bleibt die Wiederkehr von Namen aus der Großväter- oder Urgroßvätergeneration: Anton (21), Emil (23) oder Karl (34) verbesserten ihre Ränge. Namen der Nachkriegsgeneration wie Uwe, Jürgen und Horst sind derzeit nicht gefragt, ebenso wenig die Spitzenreiter jüngerer Jahrzehnte wie Christian oder Sebastian.

Bei den Mädchennamen sei die Liste stabiler, sagte Rüdebusch. Gefragt seien klangvolle Namen, meist mit der Endung -a. Die über viele Jahre populäre Leonie (Platz 15) fiel aus den Top Ten heraus.

Weil die Standesämter auch bei Doppelnamen jeden Namensteil einzeln erfassen, stehen auf der GfdS-Liste meist Namen vorn, die oft kombiniert werden. Der Hamburger Hobbyforscher Knud Bielefeld sah dagegen für 2012 Mia und Ben vorn. Er wertet die Online-Namensanzeigen von Geburtskliniken und ausgewählte Standesämter aus - nach seinen Angaben etwa ein Viertel des Geburtsjahrgangs.

Die GfdS erstellt die Listen seit 1977. Sie stützt sich auf die Angaben von Standesämtern, dieses Mal beteilgten sich 675. Erfasst wurden nach Angaben der Gesellschaft etwa 80 Prozent aller in Deutschland geborenen Kinder mit insgesamt rund 780.000 einzelnen Vornameneintragungen.

bim/dpa



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